Modelabel und Atelier „Queen & Princess“

Ein Gastbeitrag von Sonia Shoukry

Jessica Reyes-Rodriguez ist Modedesignerin. Früher hat sie für Labels gearbeitet, die man in jeder Ladenkette in jeder Innenstadt findet. Zu ihrem Job gehörte es auch die Produktionsstätten im Ausland zu besuchen. Was sie dort allerdings zu sehen bekam, gefiel ihr ganz und gar nicht. Kinderarbeit, Textilien, die mit Pestiziden behandelt werden und natürlich ein enormer Wasserverbrauch. „Das muss doch anders gehen“, war ihr Gedanke dazu. Kurzerhand machte sie sich mit „Queen & Princess“ in Emsdetten selbstständig und siehe da: Es ging anders!

Wir diskutieren hier über Glyphosat, über karzinogene Stoffe, nehmen es aber in Kauf, dass in Indien und anderen Ländern, Menschen krank werden, weil sie eben krebserregende Pestizide für unsere Baumwolle benutzen. Wir haben hier ein Verbot von Kinderarbeit, nehmen es aber billigend in Kauf, dass im Ausland Kinder für unsere Mode arbeiten. Das ist ein bisschen schizophren.

Für ihr Label verwendet Jessica Reyes-Rodriguez ausschließlich Biobaumwolle mit dem Gütesiegel „GOTS“ (Global Organic Textile Standard). Bei diesen Textilien lässt sich per Zertifikat von der Saat bis zur fertigen Stoffrolle genau verfolgen, wer wann wie an der Produktion beteiligt war.

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Bild: Queens & Princess

Zu guter Letzt werden die Einkäufe dann zu einer Queen & Princess Kollektion verarbeitet. Dazu gehören Kleider, Blusen, Röcke etc. Und die sehen, im Gegensatz zur gängigen Meinung über Öko-Fashion, so gar nicht aus, wie ein Kartoffelsack, sondern eher klassisch und elegant.

Bei der fertigen Kollektion fängt der Spaß bei Queen and Princess allerdings erst so richtig an. Denn die Designerin setzt ihre Mode auch noch gekonnt in Szene, bei ihren Tea & Fashion Partys. Während Modelle die Stücke präsentieren, wird dazu Tee und selbstgemachtes Gebäck gereicht – natürlich Bio und sogar auf die Kollektion abgestimmt. Bei einem roten Kleid gibt es zum Beispiel einen roten Früchtetee. Dazu wird mit viel Charme über Nachhaltigkeit, die Modebranche und Modetricks informiert.

Natürlich kostet eine Bluse aus der Queen & Princess Kollektion mehr, als eine Bluse bei C&A. Aber mit diesem Aufpreis wird ein nachhaltiger Anbau der Baumwolle unterstützt, eine CO2-arme Produktion und  die Arbeit einer professionellen Designerin, statt eines Kinderarbeit. Und wir bestimmen mit unserem Portmonee ja immerhin wo die Reise in Zukunft hingeht!

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