Nichts für Entscheidungsschwache: Café Gnosa

Verwöhnt durch Wiener Kaffeehäuser, bin ich kuchentechnisch nicht mehr leicht zufriedenzustellen. Da kann man in Hamburg zwar ganz gut fündig werden, aber der Charme vieler Cafés bleibt durch die Einrichtung oft etwas auf der Strecke. Das neue Hip scheint darin zu bestehen, entweder im skandinavischen Puppenhaus-Stil auf weißen Holzstühlen zu sitzen und in einem rot-weiß-rosa-gepunkteten/-gestreiften Dekotaumel unterzugehen oder in minimalistischem Betonambiente unter nackten Glühbirnen zu hocken. Oldschool und leicht abgeranzt sagt mir beim Kaffeetrinken eher zu. Das Café Gnosa in St. Georg liegt zwar auch in der Hipstermeile „Lange Reihe“, hat aber genau die richtige Mischung aus gemütlich und schlicht. Das „schwul-lesbische Kaffeehaus“ ist eine Institution im Viertel und zu recht immer sehr voll. Ich könnte nun eine Weile von den gemütlichen Sesseln, den tollen Bildern oder den riesigen Schirmlampen schwärmen, aber hier geht es ja um Kuchen.

Sahne an Aprikosen-Nuss-Kuchen
Sahne an Aprikosen-Nuss-Kuchen

Bestellt wird am Tresen. Man kann es zumindest versuchen, denn die Entscheidung fällt zwischen Mailänder Apfeltorte, Mohnquarktorte, Nussecken, Tiramisutorte, Zitronentorte, Mandelpflaumentorte, Schokoladensahnetorte und insgesamt 70 verschiedenen (je nach Saison teilweise wechselnden) Torten nicht leicht.

Aber von hinten rücken andere Naschkatzen nach, also entschied ich mich für Aprikosen-Nuss-Torte. Die kommt zügig an den Tisch und wird mit einem solchen Berg Sahne serviert, dass kaum klar wird, was von beidem die Hauptrolle spielt. Egal, denn die Kombination ist unschlagbar und ersetzt locker eine warme Mahlzeit. Der Kuchen ist ein Traum aus frischen und fruchtigen Aprikosen, saftigem Nussteig, leckerer Mandelkruste und einem Hauch Puderzucker. Und vor allem: Nicht zu süß.

Hauptspeisen gibt es auch: Für 6,90 Euro bekommt man das Mittagsgericht. Leider ist nur eines der Woche vegetarisch und auch sonst bietet die Speisekarte wenig Hauptspeisen für Vegetarier. Beim Frühstück sieht es nicht viel anders aus – insbesondere für Veganer dürfte es schwierig werden. Dafür gibt es immerhin Sojamilch für den Kaffee. Und bei der Kuchenauswahl lohnt sich der Besuch allemal.

 

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2 Gedanken zu “Nichts für Entscheidungsschwache: Café Gnosa

  1. Dass man die Lange Reihe mal als Hipster-Meile bezeichnen würde, hab ich mir damals (als Anwohner) sicher nicht träumen lassen können ,-)
    Der Kuchen sieht jedenfalls köstlich aus, da würde ich sogar mal Gluten in Kauf nehmen. Danke für den Tipp, mjam!

  2. Hallo, wir haben dich für den „Liebster Blog Award“ nominiert, weil uns dein Blog wirklich gut gefällt und würden uns sehr freuen, wenn du auch mitmachen würdest.
    Mehr Informationen gibt es auf Erbsenprinzessal.com :).
    Alles Liebe Isabella & Nicole

    (Leider haben wir keine Mailadresse gefunden, deshalb der aktuellste Blogeintrag.)

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