Café Johanna: Eine Salatoffenbarung

Nachdem ich wegen der Weisheitszahn-OP ein paar Tage lang widerwillig auf jegliche Sünde verzichten musste, tanzte ich zwei Tage im Schlamm auf dem Appletree Garden Festival. Und wie es das Festival-Gesetz will, besteht das Essen im Zweifel eher aus der Gurke im Gin Tonic und wird mit Stapelchips und kalten „Gemüse“-Ravioli (mit ein paar Alibi-Erbsen) ergänzt.

Schlicht & schön
Schlicht & schön

Nach einer Dusche und viel Schlaf will der Körper dann vor allem eines: Echten Geschmack und ein paar Vitamine. Noch ist die Energie zum Selberkochen nicht so ganz wieder da. Umso gelegener kam der Vorschlag einer Freundin, zusammen Mittag im Café Johanna zu essen. Das kleine Café mit tollem Mittagstisch stand schon ewig auf meiner Liste, liegt aber in der Nähe des Michels und somit in einer Gegend, in der ich selten tagsüber bin. Der Weg lohnt sich – das Café ist sehr minimalistisch eingerichtet und erinnert mit der Ladentür und den kleinen Fliesen an einen alten Tante-Emma-Laden. Stühle und Tische haben den Charme alter Schulmöbel. Statt Tischdecken gibt’s Geschirrhandtücher und auch sonst ist alles sehr entspannt hier, mit nur einem kleinen bisschen Hipsterflair. Aber in einer Gegend, in der sich sonst hauptsächlich Touristen tummeln, darf das auch gern sein.

Facebook verrät die aktuelle Mittagskarte. Ich schwanke kurz zwischen Pasta mit veganer Bolognese und den Salatvariationen. Salat außerhalb der eigenen Küche zu essen, ist oft eine Enttäuschung: Grüner Salat, geschmacksneutrale Tomaten, Gurke, Dosenmais, Fertigdressing und als Sättigungsbeilage trockenes Brot. Aber nicht hier. Die Grundlage ist Eichblattsalat, darauf kommen Möhren, rote Beete, Bulgur, Pasta, Sesam und das fantastischste Dressing, das ich bisher gegessen habe (Gut, das mag übertrieben sein – aber wie gesagt: zwei Tage Schnaps & Salzstangen liegen hinter mir). Wahlweise kann man noch gratinierten Ziegenkäse dazu nehmen.

Groß & gut
Groß & gut

Und auch die verschiedenen Baguettes und Brote sind kreativ belegt. Ziegenkäse, Apfel, Rauke und Honig etwa klingen für mich jedenfalls nach mehr Geschmacksexplosion als das sonst überall übliche Standard-Mozzarella-Tomaten-Sandwich, das man notfalls auch an einer Tanke bekommen würde. Insofern lohnt sich die nicht ganz günstige Investition in ein Mittagessen dort. Und sicher auch in Kaffee und Kuchen, wie der Blick auf die Auslage vermuten lässt.

Adresse: Venusberg 26 (Landungsbrücken), 20459 Hamburg

Öffnunszeiten: Montag bis Freitag 8-18 Uhr, Samstag 10-18 Uhr

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