Vienna City Marathon: Die magische Vier

42 Kilometer, vier Stunden und vier Minuten, vier Bananen, vier Freunde. Ich bin nicht abergläubisch, aber ich könnte es jetzt werden. Letzten Sonntag waren wir zu viert am Start des Vienna City Marathons: Martin, der den mittlerweile achten Marathon lief, Niklas am Start für seinen ersten Halbmarathon, sein Bruder Daniel bei seinem ersten Marathon (als völliger Laufneuling mit nur einem halben Jahr Training) und ich (zweiter Marathon, davor drei Halbmarathons).

Vor dem Start
Vor dem Start

Vor dem Start bin ich jedes Mal ein Nervenbündel und war dementsprechend froh, Martin als „alten Hasen“ an meiner Seite zu haben. Vor allem bei der Ernährung konnte ich einige Fehler, die ich beim letzten Mal gemacht hatte, vermeiden. Ich hatte wohl einfach zu wenig gegessen, so dass mich in Hamburg beim ersten Marathon die Kräfte ab Kilometer 30 völlig verließen. In Wien gab es am Abend vorher also eine große Portion Pasta und ein kleines Glas Rotwein als Schlafhilfe. Morgens ein bisschen Müsli mit Banane und Apfel, direkt vor dem Start noch eine Banane und auch während des Laufs futterte ich kontinuierlich Bananenstücke. Im Ziel hatte ich dann vier Bananen auf und ehrlich gesagt: Im Moment verdirbt mir schon der Anblick den Appetit.

Aber es half: Martin rannte die erste Hälfte des Marathons eisern in der geplanten Zeit von 5:40 Minuten/Kilometer, auch im Slalom um langsamere Läufer herum – und ich immer hinterher. Das war wirklich anstrengend, weil ich kaum in einen schönen Laufflow kam, sondern immer wieder überholen und mich auf den Weg konzentrieren musste. Als die Halbmarathonis dann abbogen Richtung Ziel, wurde es entspannter. Bis Kilometer 30 war alles gut und ich versuchte, die Sorge zu verdrängen, dass wieder ein Einbruch kommen könnte wie beim letzten Mal. Dank der Bananen (und natürlich auch wegen des ausreichenden Trainings vorher) lief es aber gut. Ab Kilometer 35 zog es sich dann schon, aber ich wurde nur unwesentlich langsamer.

Und dann, endlich: Der blaue Teppich, der ins Ziel führt, ist erreicht. Dieser Moment ist einfach großartig. Das lange und anstrengende Training, die Zweifel, ob man es schafft, die hinter einem liegenden Kilometer, die müden Beine – all das lohnt für die paar Meter ins Ziel.

Angekommen!
Angekommen!

Da ist es vergessen, dass man gerade eine Stunde lang nassgeregnet wurde, Bananenmatsche an den Händen hat und der Mund von fiesem Powerade klebt: Man läuft grinsend und glücklich ins Ziel. Danach ging bei mir aber auch gar nichts mehr. Erstaunlich, wie der Körper reagiert, wenn er weiß, dass er nicht mehr weitermachen muss. Ich konnte kaum gehen und mein rechtes Knie gar nicht bewegen. Weder hinsetzen noch Treppensteigen ging.

Dafür habe ich tatsächlich mein Ziel erreicht, den Marathon in vier Stunden (und vier Minuten) zu finishen. Meine eigene Zeitmessung mit der Uhr von Garmin weicht übrigens nur ein paar Sekunden von der offiziellen Zeit ab. Und auch, wenn ich mir während des Trainings geschworen habe, mich nie wieder anzumelden: Jetzt, wo Schmerzen und Muskelkater verschwunden sind, schiele ich schon wieder nach weiteren Marathonzielen. Als nächstes ist ein Halbmarathon im Herbst dran – mal schauen, wo…

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