Korrekte Klamotten bei Maygreen

Nach der Berlin Fashion Week, auf der ich mich mir die neuen Kollektionen der Eco Fashion angesehen habe, war noch klarer als zuvor: Ich werde versuchen, nur noch Mode zu kaufen, die fair gehandelt und ökologisch produziert wurde. Bisher klappte das gut und es spart Zeit, weil ich gar nicht erst in Versuchung komme, in der Schanze mal schnell in einen der Läden zu hüpfen. Trotzdem: Irgendwo muss Ersatz her. Da ich lieber in einen Laden gehe, im dem ich die Sachen in der Hand halten, anprobieren kann und beraten werde, statt online zu shoppen, bin ich froh über meine neuste Entdeckung: Bei Maygreen kann man wirklich schöne ökologisch und fair gehandelte Mode kaufen. (Ganz so meine alleinige Entdeckung war es nicht, der Tipp kam von Kirsten Brodde).

Maygreen: Design mit Verantwortung
Maygreen: Design mit Verantwortung

Textil- oder Fair Trade-Zertifikate garantieren, dass die Waren nach ökologischen Gesichtspunkten hergestellt und fair gehandelt sind. Aber auch Labels und Projekte, die es sich die Zertifizierung ihrer Produkte nicht leisten können, werden nur in das Portfolio von Maygreen genommen, wenn sie den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit legen und Fair Trade und/oder ökologische Produktion anderweitig garantieren konnten.

Der Shop beweist wieder einmal, dass Fairtrade- und Ökomode mittlerweile weit weg von dem Wollsockenklischee ist. Im Gegenteil, der Laden ist sehr stylish eingerichtet, schön übersichtlich und besticht durch eine tolle Auswahl an Labels. Ich mag das minimalistische Design sowohl des Ladens als auch der Kleidung, die dort verkauft wird. Und bin froh, mich von den Wühltischen bei H&M, Zara und Co. verabschiedet zu haben. Maygreen führt Labels wie Filippa K., I heart, Portocolonia, Les Racines du Ciel und Villa Gaia und verkauft auch Mode aus recycelten Materialien, die neu inszeniert werden. Das nennt sich Upcycling (wer mehr darüber wissen will, kann meinen Artikel bei Greenpeace dazu lesen) und ist Nachhaltigkeit in Perfektion.

Dahinter steckt die Idee, tolles Design mit Umweltbewusstsein und Verantwortung für die Menschen, die diese Mode herstellen, zu verknüpfen: Wer Fair Trade Mode kauft, garantiert mehr als nur einen Mindestpreis für die Rohstofflieferer. Für die Handelspartner gelten partnerschaftliche Prinzipien wie z.B. langfristige und möglichst direkte Handelsbeziehungen. Die Bauern können sich zu  Genossenschaften zusammenschließen und so ihre Produkte besser vermarkten, sich fortbilden und für ihre Rechte eintreten. Außerdem sind im Fairen Handel ausbeuterische Kinderarbeit und Zwangsarbeit verboten. (Eine neue Liste von Labour behind the Labels über die Bezahlung von Firmen an ihre Zulieferer  zeigt übrigens, dass teuer nicht generell besser ist.)

Die Umstellung auf biologische Landwirtschaft wird im Fairen Handel zwar stark gefördert – aber da fair nicht automatisch auch ökologisch bedeutet, gibt es andere Siegel, die gewisse Mindeststandards definieren. Bei Maygreen ist alles fair gehandelt, aber nicht alles auch biozertifiziert. Wer es genau wissen will, fragt einfach nach. Die beiden Ladeninhaberinnen kennen jedes Teil und helfen gerne weiter.

Selten bin ich in einem Laden so ausführlich, gut und nett beraten worden – und als ich zwei tolle Kleider fand, die es nicht mehr in meiner Größe gab, recherchierte eine der Inhaberinnen wochenlang, ob sie diese Kleider noch auftreiben konnte. Leider ohne Erfolg, aber ein Grund mehr, bald wieder vorbeizuschauen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s