Vegetarische Burger im Hatari

Man kann heutzutage – ohne soziale Ausgrenzungen zu befürchten – Kinder hassen oder Hunde, aber öffentlich zu bekennen, dass man keine Burger mag? Da rangiert man irgendwo zwischen latenter Essstörung und jemandem, der zuviel Bourdieu gelesen hat. Nichts gegen Fast Food, ich liebe Burritos und Falafel, aber mit Burgern kann ich mich nicht mal nachts im Rausch so richtig anfreunden.

Wenig erstaunlich also, dass ich bisher in Hamburg kein einziges Mal Burger und Pommes essen war. Die Fast Food Klassiker habe ich bisher immer nur in Berlin getestet – wohl auch, weil es dort so viele verlockende vegetarische und vegane Burgerläden gibt wie das Rootz (hier getestet) oder Yellow Sunshine (hier getestet), wo man eben auch Wraps und Co. bekommt, die mir schon eher liegen.

Motiviert durch die fabelhafte Testtruppe, mit der ich mich schon durch Hamburgs  vegane Currywürste gefuttert habe, musste ich aber nun auch in der Hansestadt zumindest einmal in DEN Burgerladen der hippen Hamburger: Das Hatari in der Schanze. Nobody knows, warum der Laden weder eine eigene Webseite oder zumindest einen Facebook-Auftritt hat. Sei’s drum.

Es ist dennoch täglich rammelvoll und wir sind froh, einen Tisch reserviert zu haben. Wenig stilecht zum Fast Food bestellen wir Weißwein. Ist ja schließlich eine Pfälzer Stüble, da kann man das schon so machen. Klar gibt es deswegen dort auch Flammkuchen (sogar vegan) und Käsespätzle, aber deswegen sind wir nicht hier. Also: Fünfmal vegetarischen Burger in verschiedenen Varianten, einmal vegan. Es geht schnell, nach rund einer Viertelstunde kommen gleich zwei schwerbepackte Kellner mit vollen Tellern.

Der Burger: Es gibt standardmäßig fünf Burger auf der Karte (Hatari, Bruschetta, Gemüse, Country und Bio). Dazu kamen zwei Burger-Wochengerichte, einmal griechisch und einmal „hab ich vergessen“. Alle Burger können vegetarisch mit Gemüse (und Ei) bzw. auch vegan mit Seitan bestellt werden. Der vegane Burger steht nicht auf der Karte, aber wer das Geheimnis kennt und nett nachfragt, darf ihn haben.

Burgerberg
Burgerberg

Und, wie war er? Tjanaja…das alte Problem der pappigen Brötchen besteht auch hier. Warum werden die nicht einfach selbst gemacht? Das schmeckt eben um Längen besser. Der Salat, der ja eigentlich die Burger geschmacklich unterscheiden soll, erinnert mengenmäßig an die Gewürzgurke der McDonalds-Burger. Aber dafür ist der Gemüsebratling selbst lecker, knusprig und dank diverser Soßen auf dem Tisch geschmacklich variabel von senfig über tomatenketchig bis scharf. Es gibt eine gute Auswahl an Standardsoßen: Senf (Kühne, vegan, weil guter Senf immer vegan ist), Mayonnaise, Ketchup und eine scharfe Chilisauce. Daran gibt es nix zu meckern, das war einfach und guter Standard.

Die Pommes: Dünn, knusprig, aber nicht bei allen auch heiß genug. Trotzdem, nach Pleiten beim Currywursttest muss man sagen: Vier von fünf Sternen!

Die Bedienung: Trotz Stress ist die Bedienung sehr nett. Als wir nach der veganen Burgervariante fragen, merkt sie an, dass der Burger teurer sei und ob das in Ordnung gehe. Als er kommt, ist Seitan drauf – aber auch Käse. Sie entschuldigt sich, nach zehn Minuten steht ein frischer Burger auf dem Tisch und am Ende bekommen wir ihn wegen der längeren Wartezeit ohne den Aufpreis. Nice!

Das Ambiente: Der Charme des alten 90er Jahre Chinarestaurants ist noch nicht verflogen und gibt dem Laden einen besonderen Schludercharakter. Dennoch finden alle Tester den Laden in Altona noch etwas gemütlicher. Ob es schon Hipstertrash oder einfach Lieblosigkeit ist, weiß ich nicht, aber bei mir fielen die Plastikblumen auf dem Tisch sowie die Papiertischdecken gnadenlos durch.

Der Preis: Durchaus ok, zumal man alle Burger auch in einer kleinen Portion bestellen kann und das für den normalen Hunger ausreicht – sieht man von unserem österreichischen Tester ab. Der ist unser Joker und kann doppelte Portionen essen. Der kleine Burger mit Pommes kostet jeweils um die 6 Euro, die großen zwischen 8 und 9 Euro.

Was sagen die Tester sonst noch? „Gesellschaftlich wie kulinarisch ein Gewinn!“

Die Gesamtwertung (Skala 1-5):

Geschmack der Burger: ★★★★
Geschmack der Pommes: ★★★★
Ambiente des Hatari: ★★★
Freundlichkeit der Bedienung: ★★★★
Preis/Leistungsverhältnis: ★★★★

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Ein Gedanke zu “Vegetarische Burger im Hatari

  1. Pingback: Jim Burrito’s | In Bewegung

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