Vegane Currywurst in Hamburg

Ich bin Dorfkind. Das erste Fast Food, das Dorfkinder kennenlernen, ist die Mantaplatte: Currywurst mit Pommes rot-weiß. Das gab es auf Dorffesten, auf Ausflügen oder wenn wir vom Schwimmen kamen und Mama keine Lust zum Kochen hatte. Irgendwann wechselte ich vom Land in die Stadt, entdeckte Burger, Falafel und Pizza für mich – und wurde Vegetarierin. Lange Jahre aß ich also keine Wurst mehr. Bis es mich nach Hamburg verschlug und ich zum ersten Mal vegane Currywurst aß. Heißer Scheiß!

Vergangene Woche tingelte ich mit einem unglaublich kompetenten, acht Personen starken Testteam quer durch die Hansestadt. Der Auftrag: Die beste vegane Currywurst zwischen St. Pauli und Schanze finden.

Sehr hungrig beginnen wir im Backbord. Trotz pampiger Bedienung: Nach 15 Minuten stehen vier riesige Teller mit Pommes, Currywurst und Salat sowie eine Tube vegane Majo und Tomatenketchup auf dem Tisch.

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„Optisch top!“ ist die einhellige Meinung der Jury, in der neben Veganern auch Vegetarier und Fleischesser sitzen. Die vegane Majo ist ein weiterer Pluspunkt, auch wenn sie geschmacklich und von der Konstistenz her leider nicht an normale Majo heranreicht. Die Pommes findet ebenfalls Anklang, auch wenn sie etwas heißer sein könnte. Aber es geht ja in erster Linie um die Wurst: Wir lieben alle die Currysoße, die offensichtlich selbstgemacht ist. Auch die Wurst ist lecker. Kein Fleischgeschmack und eine etwas harte Kruste, aber durchaus eine Alternative, findet Andree, bei dem auch mal eine echte Wurst auf dem Teller landet. Am Ende sind alle Teller leer, wir verzeihen der Bedienung die Unhöflichkeit mit dem Verweis darauf, dass das Backbord ein Kultladen sei und ziehen Richtung Schanze.

Im Hin und Veg ist alles vegan oder vegetarisch. Der an pompöse Wiener Kaffeehäuser gewohnte Tester aus Österreich kritisiert schon beim Betreten: „Null Ambiente.“ Wir bestellen trotzdem am Tresen noch einmal das Gleiche und haben auch hier nach rund einer Viertelstunde die Teller auf dem Tisch.

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Die Enttäuschung setzt sich beim Essen fort: Susanne stellt zu Recht fest, dass die Soße „Horror“ und die Pommes labbrig sind. Die Berlinerin unter uns – wo die Currywurst bekanntermaßen entdeckt wurde und auch heute noch Kult ist – findet noch härtere Worte: „Scheußliche Wurstkonsistenz, nicht lecker angerichtet und das Bier ist auch nicht kalt.“ Dem ist wenig hinzuzufügen und wir steuern die letzte Station, das Schmitt Foxy Food, an.

Hier gibt es nur Stehplätze. Trotzdem: „Sehr nett für’n Frittenladen.“ Und es läuft Jan Delay im Hintergrund. Ausgleich also. Ziemlich voll gefressen, aber noch lange nicht am Ende, haben wir kurze Zeit später drei große Pappschalen in den Händen und dürfen uns am Majo- und Ketchup-Spender austoben.

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Die Currysoße kann nicht ganz mit der aus dem Backbord mithalten, aber hier finden wir die beste Wurst und die beste Pommes. Und schaffen tatsächlich noch alle drei Portionen. Über Geschmack lässt sich wohl nicht mal zwischen Veganern, Vegetariern und „echten“ Wurstessern streiten, denn das Schmitt Foxy Food gewinnt bei allen Testern. Aber wir stellen auch fest: Gemütlich und optisch ansprechend war es eher im Backbord. Das Hin und Veg versagt auf ganzer Linie.

Die Auswertung im Einzelnen:

Acht nach Frittenfett stinkende und mit Soße bekleckerte Auswertungszettel ergeben:
Geschmack

  • Backbord: 30 Punkte
  • Hin und Veg: 16 Punkte
  • Schmitt Foxy Food: 33,5 Punkte ★

Sattfaktor

  • Backbord: 35 Punkte ★
  • Hin und Veg: 33 Punkte
  • Schmitt Foxy Food: 34 Punkte

Sauberkeit 

  • Backbord: 32 Punkte ★
  • Hin und Veg: 26 Punkte
  • Schmitt Foxy Food: 26 Punkte

Freundlichkeit der Bedienung

  • Backbord: 18 Punkte
  • Hin und Veg: 20 Punkte
  • Schmitt Foxy Food: 28 Punkte ★

P:S.: Wir endeten satt, glücklich und mit dem Plan, demnächst vegetarische Burger zu testen,  auf einen Verdauungsschnaps in einer Bar. Habt ihr Tipps, wo wir die in Hamburg finden?

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2 Gedanken zu “Vegane Currywurst in Hamburg

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