Marathon: Am Ziel!

Letzte Vorbereitungen

Wahnsinn. Nach 5 Stunden, 3 Minuten und 59 Sekunden bin ich endlich über die Ziellinie des Hamburger Marathons gelaufen. Über 12 Wochen habe ich auf diesen Tag hintrainiert.
Mein Trainingsplan war auf 4:30:00 ausgelegt, aber ich war klar darauf eingestellt, dass das nichts wird. Zum einen, weil es mein erster Marathon war, zum anderen, weil die Pläne für Männer gemacht sind. Als dann noch mein Fuß so Probleme gemacht hat, war eher die Frage, ob ich überhaupt durchkomme.

Der Marathon-Tag:

Kurz vor dem Start

Vor dem Start bin ich ziemlich aufgeregt, aber auch froh, endlich laufen zu dürfen. Wetter gut, Stimmung gut, Füße gut, alles gut.
An den Landungsbrücken bei Kilometer 13 ist alles super. Langsam bin ich warmgelaufen und habe schon viele Freunde getroffen, die zum Anfeuern gekommen sind. Meine Kollegen standen in Altona gleich zweimal an der Strecke – danke dafür!
Bis zur Halbzeit bei Kilometer 21 ist es auch überhaupt nicht anstrengend. Auch hier treffe ich wieder Bekannte, dieses Mal aus meiner Laufgruppe. Aber dann kommt der Hunger. Ich hatte um 6 Uhr gefrühstückt, nun ist es 11.30 Uhr und ich laufe zwei Stunden. Leider sind alle versprochenen Verpflegungsstände an der Strecke leergefuttert – eine sehr schlechte Organisation der Veranstalter. Ein paar Kilometer muss ich mir mit den Elektrolytgetränken behelfen. Als ich dann endlich eine Banane bekomme, kehrt die Energie zurück. Wie gut eine Banane sein kann!
Doch die Kraft bleibt nicht lang: Ab Kilometer 30 werden meine Beine schwerer und schwerer. Der berühmt-berüchtigte „Mann mit dem Hammer“ schlägt zu. Die gespeicherten Kohlenhydrate sind aufgebraucht und der Körper holt sich die benötigte Energie nur noch über die Verbrennung von gespeicherten Fettzellen. Diese Art der Verbrennung benötigt viel Sauerstoff und Energie. Auf diese Situation war ich zum Glück einigermaßen vorbereitet. Ich wusste vorab, dass es ab Kilometer 30 hart werden würde – wie hart, war mir nicht klar. Körperlich kann man einfach nichts machen, da muss man einfach durch. Verflogen die ersten Kilometer nur so, ziehen sie sich am Ende wie Kaugummi.

Kilometer 13: Alles läuft!

Ab jetzt hilft nur noch der Wille, ins Ziel zu kommen – und ich bin nicht allein mit dem Problem. Viele Läufer um mich herum müssen Gehpausen einlegen, quälen sich mit Krämpfen und Schmerzen. Unglaublich, wie sehr der Zusammenhalt dann auf einmal zwischen wildfremden Menschen wird. Die Läufer muntern sich gegenseitig auf und auch die Zuschauer feuern an, was das Zeug hält. Einige bieten gratis Obst und Getränke an der Strecke an, andere machen Stimmung mit Tanz und Musik und kleine Kinder freuen sich, wenn man die Hände einschlägt.
Trotz allem: wie die offizielle Messung und meine eigene Messung zeigen, lässt mein Tempo vor allem ab Kilometer 35 extrem nach. Meine Uhr gibt leider kurz vor dem Ziel auf – Batterie leer.
Ich halte zum Glück länger durch als die Uhr. Die letzten Meter geht es über einen roten Teppich und da kann man einfach nicht schleichen – also sammle ich noch mal alle Kräfte laufe ins Ziel. Als der Moderator meinen Namen ruft, reicht die Kraft auch noch, um einmal die Arme in die Luft zu reißen.

Noch zwei Kilometer: Fast am Ende –
im wahrsten Sinne des Wortes

Im ersten Moment bin ich einfach viel zu fertig, um mich zu freuen. Die Anspannung fällt so schlagartig ab, dass mir kurz schwindelig wird und ich merke, dass ich in Bewegung bleiben und etwas essen muss. Nach ein paar Müsliriegeln und etwas zu trinken geht es dann aber wieder. Als ich dann trockene Sachen anhabe und von Freunden empfangen werde, ist die Qual schon wieder halb vergessen. Die ganzen Likes und Kommentare auf Facebook, die Glückwünsche per SMS, WhattsApp, Twitter und natürlich persönlich sind unglaublich.
Ebenso wie die tolle Unterstützung, die ich schon während der Trainings bekommen habe. So viele haben mitgefiebert, mich aufgemuntert, mir Tipps gegeben und mir die Daumen gedrückt – vielen, vielen Dank dafür!

P.S.: Natürlich gab es auch Liveberichterstattung von meinem Lauf auf Twitter, um alle auf dem Laufenden zu halten. 

IM ZIEL UND AM ZIEL:

Der Tag danach:
Nachdem ich gestern nach dem Duschen noch schön italienisch essen war und nach zwei Glas Wein müde und betrunken ins Bett gefallen bin, geht es mir heute sehr gut. Ich merke die Beine etwas, kann aber gut laufen. Und auch die Füße sind kein Problem (mehr). Ich war auf wesentlich schlimmere Nachwirkungen gefasst und freue mich umso mehr, dass diese ausbleiben. Und zum Glück habe ich heute auch noch frei und einen Termin zur Pediküre und zur Massage. Nun lasse ich mich erstmal verwöhnen!

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4 Gedanken zu “Marathon: Am Ziel!

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