Marathontraining: Letzte Vorbereitungen

In zwei Tagen ist es soweit: Um 9.00 Uhr werde ich an der Startlinie des Hamburg Marathons stehen, voller Vorfreude, Aufregung und Adrenalin.

Nach 12 Wochen Training, über 500 gelaufenen Kilometern – größtenteils bei Schnee, Eis und Kälte – habe ich das Schlimmste eh schon hinter mir.
Jetzt bin ich fit, motiviert und etwas aufgeregt. Vor allem bleibt zu hoffen, dass meine Füße durchhalten, die ja in den letzten drei Wochen ziemlich Probleme gemacht und mir meinen Trainingsplan zerschossen haben.
Ich bin aber sehr optimistisch, zumal durch die Stimmung und den Gedanken an die Ziellinie die Schmerzen wohl nebensächlich werden. Und ich bin nicht allein: Mittlerweile sind 15.000 Läufer angemeldet und unglaubliche 750.000 Zuschauer werden erwartet!

Los geht’s am Sonntag um 9.00 Uhr, aber da Tausende vor mir starten, dauert es wohl etwas, bis ich überhaupt über die Startlinie komme. Für alle, die bequem vom Sofa aus zusehen wollen: Der NDR überträgt live. Auf die Ziellinie solltet ihr etwa 4,5 Stunden nach dem Start schauen – vorher tauche ich dort nicht auf 🙂 Für alle, die in Hamburg live dabei sind: Gebt mir Bescheid, wo ihr genau stehen werdet (auch, welche Straßenseite) und was ihr anhabt (am besten auffällig) – dann besteht zumindest im Ansatz die Chance, dass ich euch sehe. (Infos zur Strecke gibt es hier).

Was mich in den letzten Tagen auch sehr motiviert hat, war ein Artikel in der Zeit, der in wunderschönen Zitaten zusammenfasst, warum das Laufen so ein toller Sport ist:
„In keinem anderen Sport starten Profis und Hobbysportler zusammen. In keinem anderen Sport geht es nicht ums Gewinnen oder Verlieren. In keinem anderen Sport wird kaum gefoult, geschummelt, betrogen. In keinem anderen Sport gibt es keine Buhrufe. Laufen ist der friedlichste Sport der Welt.“

Klingt gut – aber warum muss ein gleich ein Marathon sein? Darum:

„Für den Menschen der digitalisierten Fortschrittsgesellschaft ist ein Marathon die leichteste Art, seine Grenzen zu erkennen, darüber hinaus zu gehen und danach dieses süchtig machende Gefühl der Erfüllung zu spüren. Mehr Sport, ach was, mehr Leben geht nicht.
Auf den ersten Blick sind die Marathonis ein Haufen Eigenbrötler, in ihrer Einsamkeit gestählt von zig Trainingsstunden. Doch kommen sie zusammen, werden sie verbunden durch die verrückte Idee, mehr als 42 Kilometer schnaufend zurückzulegen, Kleine und Große, Dicke und Dünne, Alte und Junge, Schwarze, Gelbe, Weiße, Rote. Nichts eint so sehr wie das Laufen. Es ist jeder einzeln unterwegs, doch ohne den Sog der anderen geht es nicht. Wer schon einmal an der Startlinie eines großen Marathons stand und hörte, wie sich die Läufer kurz vor dem Startschuss in Stimmung klatschen, erst einige, dann alle – emotionaler geht es kaum.“
(…)
„Die Bombe bleibt im Kopf. Das nächste Mal wird es Sicherheitsvorkehrungen geben, Kontrollen, alles wird ein wenig unfreier. Aber die Idee des Marathons wird das nicht kaputtmachen. Läufer sind zu zäh, um sich von Feigheit unterkriegen zu lassen. Und sie wissen, von ihren Tausenden Kilometern voller Schmerzen: Wenn es am meisten wehtut, hilft nur weiterlaufen.“

In diesem Sinne: Run for Boston!

Advertisements

3 Gedanken zu “Marathontraining: Letzte Vorbereitungen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s