Servus, München!

Sojamedaillons

Zugegeben, in der Stadt der deftigen Gerichte hatte ich nicht mit vegetarischen Highlights gerechnet. Aber sogar das Hofbräuhaus weist schon explizit vegetarische Gerichte aus, Veganer müssen sich dort aber mit Breze und Beilagensalat begnügen. Auch der Ratskeller, bekannt für krasse Spezialitäten wie gebackenen Kalbskopf, kennzeichnet deutlich das vegetarische Angebot in der Karte. Einige Gerichte stammen sogar aus biologischem Anbau und sind auch recht einfach zu veganisieren.

Couscous-Salat

Aber auf diese Restaurants ist man bei einem Münchenbesuch eh nicht angewiesen, denn die bayerische Hauptstadt bietet einiges an vegetarischen und veganen Highlights. Allen voran das Prinz Myshkin, das von der New York Times, der Vogue, der Cosmopolitan und von der Süddeutschen Zeitung in den Himmel gelobt wird. Zurecht ist auch bereits die Eingangstür gepflastert mit Empfehlungen vom Prinz, Marco Polo und veganen Organisationen. Nun, die Latte liegt also hoch! Die Preise allerdings auch, bewegen sich aber für Münchner Verhältnisse durchaus im Rahmen.

Apfelstrudel im Ruffini

Ich entscheide mich für den „Moroccan Sunset“, einen saftigen Bulgursalat mit Orangenfilets, Tomaten, fein gehackter Petersilie, Minze, roten Zwiebelstreifen und Sesam-Blätterteigröllchen. Meine Begleitung wählt einen der Klassiker: gebratene Sojamedaillons (nicht im Bild ist das riesige Schälchen Spätzle, das dazu serviert wird).
Die Portion ist einfach wahnsinnig groß und ich hätte von so einem Hauptgericht sicher gerade einmal die Hälfte geschafft. Aber daran musste ich mich in den kommenden Tagen gewöhnen: Aufgetischt wird überall mehr als großzügig. Man braucht ja schließlich eine Grundlage für die Maß Bier.

Tomatensuppe im Spoon up

Einfach alles auf der Karte im Prinz Myshkin klingt vielversprechend: Vegane Zen-Sticks, Involtini Teriyaki (Mangold mit einer Füllung aus Tofu, Nüssen und Champignons), gebackene Zucchiniblüten, daneben verschiedene Pastagerichte, Pizza, indisches Essen … und von den Kuchen- und Dessertkreationen gar nicht zu reden. Auch unter der Woche ist es deswegen voll und am Wochenende sollte man in jedem Fall reservieren. Und wirklich, wirklich hungrig kommen!

Raw Meo

Falls man danach den Gürtel überhaupt noch zu bekommt, kann man faire Ökomode bei Dear Goods oder Glore shoppen gehen. Beide sind klein, aber fein. Und nach einem langen Spaziergang passt dann auch wieder Nachtisch, zum Beispiel im Ruffini. Das Ruffini wurde 1978 von acht Menschen gegründet, die dort ihr kooperatives Konzept des „Arbeitens ohne Chef“ umsetzten. Das klappt so gut, dass es auch hier immer rappelvoll ist. Ich gönnte mir einen unfassbar guten Apfelstrudel mit Rahm. Ja, es wird einfach pure Sahne über den Strudel gekippt. So gut!
Nach diesem Geschlemme wurde es am Tag drauf etwas kalorienärmer, aber nicht weniger lecker: Im Spoon up gibt es frische Suppen aus ökologisch angebauten Zutaten aus der Region. Ich entschied mich für eine Tomatensuppe mit Aprikose und Croutons. Tomatensuppe ist eine meiner Lieblingssuppen, die eigentlich ja auch recht einfach zuzubereiten ist und dennoch in den meisten Restaurants entweder geschmacksneutral oder – noch schlimmer – nach Glutamat schmeckt und wahlweise mit matschigen Nudeln oder Mozzarella verhunzt wird. Aber nicht im Spoon up; hier ist sie angenehm scharf und einfach lecker-fruchtig. Der Laden selbst ist recht klein, aber schön am Weißenburger Platz gelegen und im Sommer kann man dort gut draußen sitzen.

Salat im Zoozies

Auch in München entdecke ich übrigens einige Biomärkte, wenn auch lang nicht so viele wie in Hamburg oder Berlin. Im Basic-Supermarkt decke ich mich mit Snacks für unterwegs ein und entschließe mich, auch hier mal Neuland zu betreten.
Von Raw Meo gibt es je drei kleine rohe Konfektkugeln auf Basis von Datteln in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Ich kaufe die Mischung aus Cashew-, Cocos und Schokokugeln. Njoa, lecker, aber nicht unbedingt das, was bei Schokoladenfans wie mir schon den Süßjieper befriedigt. Trotzdem: Macht satt und ist gesünder!
Tags drauf statte ich dem Zooziez einen Besuch ab, das von meinem Reiseführer empfohlen wird. Die Kellner sind leider extrem langsam und unfreundlich. Ich bestelle einen Salat mit Feta und Antipasti, der leider in Öl ertränkt, dafür aber kaum gewürzt ist. Schade, rein optisch ist er hübsch – genau wie der Laden selbst.
Als ich den fettigen Salat halb auf habe, kann ich nicht mehr und sehe erst später, dass die anderen Gäste Brot dazu serviert bekommen haben – das hatte es in jedem Fall verträglicher gemacht. Mein eigentlich stabiler Magen rebelliert jedenfalls noch Stunden später.
Nach einem langen Spaziergang geht es aber wieder und ich hole mir eine Kugel Stracciatella-Eis bei Ballabeni in der Türkenstraße. Das Eis ist selbstgemacht und es gibt kreative Sorten, sowohl Milcheis als auch Sorbets. Zu jeder Bestellung darf man eine andere Sorte testen. Ich nehme das Zitronen-Sorbet, das super schmeckt.

Machen:
München zu Fuß erkunden.
Auf dem Viktualienmarkt Gewürze kaufen.
Das noch von Touristen verschonte Haidhausen besichtigen.

Lassen:
Die Shoppingmeilen Kaufinger- und Neuhauserstraße nach 12 Uhr mittags aufsuchen – viel zu voll.
Sich von der Ruppigkeit der Bayern irritieren lassen.
Bei einem anderen Bäcker als der Hofpfisterei kaufen.

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