Kopenhagen

Hach, Kopenhagen! Diese Stadt ist einfach liebenswert. Warum?

Sie ist entspannt, da fast alle Bewohner mit dem Rad unterwegs sind. Es gibt vier Spuren auf der Straße, von denen zwei für Radfahrer sind. So sind kaum Autos unterwegs, die Stadt ist ruhig, sauber und auch sehr viel ungefährlicher als etwa Hamburg, wo der Radweg auch gern mal vor Werbeschildern, auf der Straße oder auf einem Parkplatz endet. Unvermittelt, versteht sich. Jetzt wollen die Kopenhagener schräg stehende Mülleimer einführen, damit Radfahrer ihren Müll noch einfacher während der Fahrt entsorgen können. Und Fußstützen an Ampeln bauen, so dass man nicht einmal mehr absteigen muss. Kluge Ideen, die jetzt auch in anderen Städten umgesetzt werden sollten!
Sie ist abwechslungsreich, weil sowohl uralte Gebäude und historische Skulpturen als auch neue und stylische Bauwerke wie der „Schwarze Diamant“ – die Königliche Bibliothek mit einer Fassade aus poliertem schwarzem Granit, die wie Batmans Headquarter anmutet – nebeneinander stehen.

Sie ist tolerant, da die autonome Kommune Christiania existieren darf. Diese Freistadt ist eine alternative Wohnsiedlung und besteht aus Gartenhäuschen, Wohnungen, kleinen Cafés und Restaurants und dem Green Light District, in dem auf kleinen Tischchen beutelweise Gras verkauft wird.
Sie ist lohnenswert, da dänisches Design zwar teuer, aber bei Möbeln, Kleidung und so ziemlich allem anderen auch großartig ist. Nicht überladen, immer durchdacht und einfach schick. Wie die Bewohner der Stadt selbst übrigens.
Sie ist märchenhaft, weil es Skulpturen wie die Kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen, Gebäude wie den Runden Turm, eine alte Sternwarte mit einem stufenlosen Wendelaufgang oder das Tivoli, einen alten Vergnügungspark mitten in der Stadt, gibt. Weil man sich zwischen den engen Gäßchen und Gebäuden mit verrückten und skurilen Türmchen immer wieder verläuft und das Gefühl bekommt, wie durch Zeit und Raum geschleust zu werden. Weil man noch immer mit Dänischen Kronen bezahlen muss. Und weil man wie in alten Zeiten mit Zug und Fähre anreisen kann.
Sie ist vorbildlich, weil es kaum eine Schere zwischen Arm und Reich gibt, die Dänen sehr bescheiden sind und Wert auf Teamgeist legen.
Sie ist partytauglich, da auch um neun Uhr morgens noch gefeiert wird. Die allerbesten Cocktails (nicht nur der Stadt, sondern wirklich im internationalen Vergleich) gibt es bei Ruby. Nachdem man die schwarze Tür mit Türsteher passiert hat, landet man in den 20er Jahren. Die Barkeeper tragen Anzüge mit Hosenträgern, Fliege und Einstecktuch und mixen die Getränke mit einer Verve, die schwindelig macht.
Sie ist wach, weil es richtig guten Kaffee an jeder Ecke gibt.
Sie ist lecker, da die dänische Backkunst nicht nur echtes, gutes Brot in Form Form Smørrebrød beinhaltet, sondern auch Zaubereien in Törtchen-, Kuchen- und Plätzchenform. Die klassische dänische Schokolade namens Guld Barre ist auch ganz nach meinem Geschmack!
Sie ist kurztriptauglich, weil alle wichtigen Viertel super zu Fuß zu erkunden sind und eh alles so teuer ist, dass ein längerer Aufenthalt zu finanziellen Engpässen führt.
Sie ist schick, weil die Bewohner ein großes Stilbewusstsein haben und dennoch weder überkandidelt rüberkommen noch im Einheitslook herumlaufen.
Sie ist jahreszeitunabhängig, weil es tolle Plätze zum Draußensitzen gibt, aber auch unzählige Museen, Galerien und schnuckelige Cafés und Kneipen, in denen auch Regenwetter und Kälte egal sind.
Sie ist dezentral, weil die Viertel nicht in typische Wohn-, Arbeits- und Ausgeh- und Touristenviertel unterteilt sind.
Sie ist romantisch, weil sie von Wasser umgeben und von Kanälen durchzogen ist, an denen man wunderschön flanieren kann. Und weil sie Schlösser und Burgen hat, die nicht kitschig sind. Und großartige  Eisdielen mit Portionen für zwei.
Sie ist niedlich, weil dänisch sich nie böse anhört und immer ein bißchen nach den Mainzelmännchen klingt („Gomoorn“ für „Guten Morgen“).

København, Jeg elsker dig!

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