Unerfüllte Erwartungen II

Es gibt so bestimmte Vorstellungen von Lebenssituationen, die in der Phantasie weitaus besser sind als in der Realität. Nicht mehr arbeiten zu müssen, ewig zu leben oder unfassbar reich zu sein sind solche Träume, die besser solche bleiben – zumindest gilt das für mich.
Aber auch profanere Ereignisse gehören dazu, und diese betrachte ich in einer neuen Blogreihe „Unerfüllte Erwartungen“. Über Ideen zu weiteren Posts freue ich mich übrigens sehr!

Folge 2: Weihnachten
Man denkt: Zwei Monate vorher wird man durch Stapel von Lebkuchen und Spekulatius im Supermarkt daran erinnert, dass es bald wieder soweit ist. Weihnachten und damit ein jährlich wiederkehrendes Problem „Was schenke ich und was wünsche ich mir?“ ist zurück. Und wie jedes Jahr soll es ein besonderes, kreatives und auf die Persönlichkeit des Beschenkten abgestimmtes Geschenk sein. Vor allem der oder die Liebste soll etwas so Überraschendes erhalten wie noch niemals zuvor.

Die Wirklichkeit: Ok, es muss nicht immer so daneben sein, wie ein Geschenk, das ich einmal von meinem ersten Freund erhielt: Ein Guinness Buch der Rekorde. Aber es es war oft etwas dabei, das lieb gemeint, aber völlig nutzlos war. Glitzernde Kerzen, Wandtattoos, … die Liste ist lang. Und das liegt nicht einmal daran, dass die Schenker nicht nachdenken. Oft kennen sie mich gar nicht gut genug oder haben zu wenig Zeit. Dazu kommt, dass ich nichts wirklich brauche – und wenn, dann oft nicht gerade dann, wenn Weihnachten ist.
Das geht denjenigen, die ich beschenken soll, nicht anders. Das Resultat ist, dass man nach wochenlangem Gerenne durch überfüllte Läden nach wenigen Minuten mit der Bescherung fertig ist und inmitten von Kram sitzt, den im Grunde keiner etwas anfangen kann und der nur gekauft wurde, „weil Weihnachten das Fest der Liebe ist“. So ein Schwachsinn. Seit ein paar Jahren habe ich mit Familie und Freunden deshalb die Abmachung, nichts mehr zu schenken – außer Zeit. Das entspannt total. Eine Freundin und ich schenken uns zu Weihnachten und zum Geburtstag immer einen gemeinsamen Kurzurlaub, der letztes Jahr an die Nordsee ging. Durch gleiche Abmachungen mit meinen Liebsten kam ich schon nach Zürich und Prag und habe entspannte Tage in Thermen und Abende in Restaurants verbracht.
(Nachtrag, 19.12.: einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch die Webseite Zeit statt Zeug.)

Die Ausnahme: Manchmal sind die auf den ersten Blick unromantischen Geschenke nicht nur gut überlegt, sondern auch nachhaltig. So freue ich mich noch immer über einen Werkzeugkasten und Büchergutscheine kommen bei mir ebenfalls besser an als Bücher selbst.
Oxfam Unverpackt hat übrigens eine geniale Geschenkidee für Menschen, die schon alles haben – und denen man trotzdem nicht an Weihnachten oder anderen Festen mit leeren Händen entgegentreten möchte. Der Beschenkte bekommt eine Grußkarte und einen Kühlschrankmagneten – das „Geschenk“ selbst  geht an die Menschen, die nichts besitzen. Die Preise bewegen sich zwischen 9 Euro für ein Huhn und 193 Euro für eine ganze Herde (auch wenn es nur um die Produkte der Tiere geht, sind diese Geschenke für Vegetarier wohl eher nicht zu empfehlen). Daneben gibt es aber auch wirklich coole Ideen: eine sichere Geburt, Schulgebühren, Kondome, eine Erdnussbuttermaschine oder einen Brunnen.
Natürlich werden diese Dinge nicht wirklich als Geschenk verpackt, sondern stehen für Oxfams Projekte und Kampagnen. Das Geld wandert in einen von vier Bereichen: Bildung fördern, Existenzen sichern, Gesundheit stärken oder Not lindern und geht immer dorthin, wo es gerade am dringendsten gebraucht wird.

Hier geht es zum ersten Teil von Unerfüllte Erwartungen!

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Ein Gedanke zu “Unerfüllte Erwartungen II

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