Unerfüllte Erwartungen I

Es gibt so bestimmte Vorstellungen von Lebenssituationen, die in der Phantasie weitaus besser sind als in der Realität. Nicht mehr arbeiten zu müssen, ewig zu leben oder unfassbar reich zu sein sind solche Träume, die besser solche bleiben – zumindest gilt das für mich.
Aber auch profanere Ereignisse gehören dazu, und diese betrachte ich in einer neuen Blogreihe „Unerfüllte Erwartungen“. Über Ideen zu weiteren Posts freue ich mich übrigens sehr!

Folge 1: Der Brunch

Man denkt: Wie schön! Sonntags lange ausschlafen und dann gemütlich mit Freunden in einem netten Café brunchen gehen. Man fläzt sich in Sofaecken und hört chillige Musik. Es gibt selbstgebackene Brötchen, noch warmes Brot, eine umfangreiche Käseauswahl, Antipasti, Dipps, frisches Obst, kreative Salate, kleine Muffins, Suppe, frisches Rührei mit Kräutern, Pfannkuchen, Waffeln mit Puderzucker, Joghurt, Quark, Pancakes, frisch gepresste Säfte und Kaffeekreationen von Espresso bis Sojalatte.

Die Wirklichkeit: Es ist voll, laut und eng. Ohne Reservierung bekommt man keinen Platz. Die Hälfte der Freuden hat zu lang gefeiert und kommt eine Stunde zu spät, so dass man mit knurrendem Magen durch die Stadt laufen muss, um ein Café zu finden. Man bezahlt 10 Euro für ein Buffet, an das man vor lauter anderen hungrigen Menschenmassen nur mit dem Einsatz von Ellenbogen kommt und findet dort Weizenmehlaufbackbrötchen, Billiggouda aus dem 400-Gramm-Pack von Aldi, Dosencocktailobst, chemisch schmeckendes Rührei in undefinierbarem Gelbton und als einziges Gemüse Gurken und Tomaten, die langsam vor sich hin schrumpeln. Der Kaffee ist zu teurer und wird von den überforderten Bedienungen eher so schleppend geliefert.

Die Ausnahme: Das Avril in Berlin, das Café Absurd in Hamburg oder am besten: einfach zuhause. Freunde einladen, ein großer Tisch und jeder bringt etwas leckeres mit. Und im Sommer wird das einfach in der Park oder an den See verlegt!
Ansonsten gibt es einen kleinen, feinen Geheimtipp: den veganen Frühstücksclub im Hamburger Gängeviertel. Einmal im Monat findet dort – und im Sommer auch draußen – ein selbst organisierter Brunch auf (Essens-)Spendenbasis statt, bei dem lediglich die Getränke bezahlt werden müssen. Alles ist vegan, selbst gemacht und zum großen Teil sind es auch Biozutaten. Platz ist genug und reservieren muss man auch nicht. Ab 13 Uhr ist es nur meist alles weggefuttert – aus guten Gründen!

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3 Gedanken zu “Unerfüllte Erwartungen I

  1. Pingback: Brunch im Café Absurd | In Bewegung

  2. Pingback: Unerfüllte Erwartungen II | In Bewegung

  3. Pingback: Brunch im Viasko | In Bewegung

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