Schokoladentest Teil 8: GEPA Grand Noir Feinherb

1989, in Oma’s guter Stube (ja, die gab es wirklich und es hieß auch Stube, nicht Wohnzimmer): Ich spiele mit meinem Cousin und meiner Cousine. Wir warten insgeheim darauf, dass Oma aufsteht und auf den wuchtigen Nussbaumschranks mit Schnitzereien zugeht. In dem Schrank, in dem Oma die verschiedensten Gläser für Cognac, Wein, Schnaps, Bier, Sekt und alle möglichen anderen Getränke aufbewahrt, sie aber nie benutzt, interessiert uns Kinder nur die ganz rechte Tür.
Darin verstecken sich neben ihrer Münzensammlung zum Kartenspielen und den immer vorrätigen Kondolenzkarten auch ihre Schokoladenvorräte. Meist gibt es Mikadostäbchen, Milka Vollnuss und Marzipanriegel.
Wenn wir Enkel da sind, hat sie aber extra für uns eingekauft. Und für mich gibt es fast immer Zartbitter. Ich bin das einzige Enkelkind, das diese Sorte mag. Und wenn nichts anderes da ist, bleibt sie ganz für mich allein.

Das sind die Erinnerungen, die immer wach werden, wenn ich Zartbitterschokolade esse.
Und auch wenn ich andere Sorten gern esse: Noch immer liebe ich diese dunkle Sorte, die sich nur auf den Kakao fokussiert. Und genau deswegen schmeckt sie mir nur in wenigen Fällen.

Beim letzten Einkauf versuchte ich die Gran Noir Feinherb von GEPA. Über GEPA habe ich bereits von der Sorte Praline berichtet. Deswegen möchte ich die Kategorien Siegel, Sortenvielfalt, Preis und Sonstiges auch nicht wiederholen, sondern mich einzig auf den Geschmack beschränken.

Mit einem Kakaoanteil von 55 Prozent ist die Schokolade nicht so bitter wie andere Sorten und auch für Zartbitter-Einsteiger geeignet.
Die Kakaomischung stammt aus dem Amazonas und der Karibik und wird mit Vollmilchpulver verarbeitet. Das ist leider ein Ausschlusskriterium für Veganer, die sonst gern auf Zartbittersorten zurückgreifen. Veganer können aber auf andere Zartbittersorten von GEPA ausweichen. Die Milch ist ebenfalls fair gehandelt und zudem ist auf der Verpackung deutlich gekennzeichnet, dass Milch enthalten ist.

Die Stückchen sind – anders als bei der Pralinésorte – größer und flacher, was der Tafel ein edles Aussehen verleiht. Gerade Zartbitter ist eine Sorte, bei der man die einzelnen Stücke eher genießt, statt eine ganze Tafel auf einmal zu verschlingen und so hielt die Tafel ganze drei Tage lang. Und das, obwohl ich sie wirklich superlecker finde!

Dieses Mal also volle Punktzahl und eine uneingeschränkte Weiterempfehlung!
Habt ihr schon einmal die anderen Zartbittersorten mit einem höheren Kakaoanteil probiert?

Update, 8. August: wie auf der Webseite von GEPA zu lesen ist, schneidet diese Sorte im aktuellen Ökotest mit Bestnote ab und ist außerdem „die einzige zu 100 Prozent faire Schokolade. Denn sie enthält neben fairem Kakao und fairem Zucker auch noch vom Naturland-Verband zertifizierte faire Bio-Milch der Milchwerke Berchtesgadener Land.“ 

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Ein Gedanke zu “Schokoladentest Teil 8: GEPA Grand Noir Feinherb

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