Schokoladentest Teil 6: Vivani Edelvollmilch

Mit Vollmilch-Schokolade ist es ja so eine Sache: Es gibt Sorten, die sind so unglaublich gut, dass sie keine Nüsse, Milchfüllung oder Erdbeercrunchy brauchen. Diese Sorten zergehen auf der Zunge und hinterlassen einen zarten Kakaoschmelz. Und dann gibt es Sorten, die schmecken, als hätten sie einige Monate im Schrank gelegen, wären dann der Sonne ausgesetzt und anschließend wieder abgekühlt.

Nur wirklich gute Schokolade kann es sich deswegen erlauben, als reine Vollmilch daherzukommen. Ein wenig so, als wäre eine Frau ungeschminkt und ohne Firlefanz wie Schmuck oder Push-Up. Eine Frau nur im kleinen Schwarzen, sozusagen. Ein Topmodell pur. Was Bioschokolade betrifft, so bin ich bisher ein einziges Mal fündig geworden: Die Swiss Confisa Lait Fondant ist wie Kate Moss!

Heute testete ich die Vivani Edelvollmilch. Beworben wir sie auf der Homepage mit den Worten: „charaktervolles Aroma in wunderbarer Harmonie mit einem unglaublichen Schmelz.“ Ich will nichts vorwegnehmen, deswegen halte ich mich an die Kriterien der bisherigen Schokoladentests:

Siegel: Leider nur das Biosiegel, kein Fairtrade. Ganz großer Minuspunkt! 
Geschmack: Ärgs. Leider, leider: überhaupt nicht lecker. Diese Schokolade ist keine Kate Moss, bestenfalls eine Topmodelkandidatin, die nur in die engere Auswahl kam, weil sie so ein nerviges Auftreten hat. Ich lasse ja nichts verkommen, aber bestenfalls kann man daraus noch Schokocrossies machen. Ohne weitere Zutaten geht es jedenfalls nicht. Da ist kein Schmelz, eher Pelz. Wer meine Reaktion gern visualisiert haben möchte, schaut dieses Video (etwa in der Mitte).
Sortenvielfalt: Vielleicht hat Vivani es selbst schon gemerkt und versucht nun, die Sorten zu pimpen. Heraus kommen abstruse Kombinationen wie Bitterschokolade mit Mangostückchen und Grüntee oder feine Bitter Orange – leider auch so gar nicht mein Geschmack. Sieht man von klassischer Schokolade ab, kann man aber die Sorte weiße Knusperschokolade essen. Die Praliné ist auch ganz ok. Aber ganz ok ist eben auch nicht das, was mich verzückt seufzen lässt.

Preis: Im Berliner Biomarkt habe ich 1,75 Euro bezahlt. Ganz normal für Bioschokolade – aber dann könnte sie eben auch fair gehandelt sein.
Sonstiges: Auch hier: Fehlanzeige! Die bisher getesteten Marken haben oft gute Ansätze, indem sie etwa darauf achten, die CO2-Emissionen gering zu halten oder soziale Projekte zu unterstützen. Vivani macht nichts dergleichen – zumindest ist auf der Homepage nichts zu finden, außer dem Hinweis: „Durch die Verwendung von Ernteprodukten aus Anbauregionen der Dritten Welt tragen wir dazu bei, dass Kleinbauern und die Natur vor dem Einsatz schädlicher Agrochemie verschont bleiben. Aufgrund höherer Rohstoffpreise für Kakaobohnen und Rohrohrzucker aus kontrolliert biologischem Anbau wird ein verbesserter Lebensstandard der Produzenten in den Ursprungsländern ermöglicht.“ Da kann man wirklich mehr starten!
Fazit: In allen Punkten nicht überzeugend, vor allem dann nicht, wenn man die Alternativen kennt. 
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