Nachhaltig versus gesund?!

Im Tagungsbericht „Konsum und Nachhaltigkeit. Zum Spannungsverhältnis der Kommerzialisierung des Lebensalltags und den Prinzipien nachhaltigen Handelns.“ des studentischen Soziologie-Magazins wurde der Vortrag von Johanna Bayer „Der Hunger und der Verbraucher. Wie wir essen – und warum sich das Essverhalten so schwer ändern lässt“ vorgestellt, in dem die Einflussgrößen des menschlichen Essverhaltens beleuchtet wurden. Die freie Journalistin wies darin auf einen ungelösten Widerspruch in den gängigen Empfehlungen zur Ernährung (z.B. Deutschen Gesellschaft für Ernährungswissenschaft, DGE) und nachhaltiger Entwicklung hin. „Gesunde Ernährung, wie z.B. mehrfach täglich frisches Obst (Bananen, Kiwis), und Nachhaltigkeit, also eher lokale und saisonale Früchte, passen nicht zusammen.“

Das ist schlicht falsch: Die Regeln der DGE zur vollwertigen Ernährung schreiben keine bestimmten Obst- und Gemüsesorten vor. Es heißt lediglich: „Genießen Sie 5 Portionen Gemüse und Obst am Tag, möglichst frisch, nur kurz gegart, oder auch 1 Portion als Saft ­ idealerweise zu jeder Hauptmahlzeit und auch als Zwischenmahlzeit: Damit werden Sie reichlich mit Vitaminen, Mineralstoffen sowie Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen (z. B. Carotinoiden, Flavonoiden) versorgt.“ Außerdem weist auch die DGE darauf hin, Fleisch nur in Maßen zu genießen – zwar nicht aus Gründen der Nachhaltigkeit, aber aus einem gesundheitlichen Aspekt heraus.

Ernährungsregeln (und zwar unabhängig von welchem Experten sie stammen) und Nachhaltigkeit passen aus mehreren Gründen nicht nur zusammen, sondern bedingen sich gegenseitig:

1. Essen soll so natürlich und unverarbeitet wie möglich zubereitet werden. Das erhält zum einen die Nährstoffe und spart zum anderen Energie.
2. Gleiches gilt für saisonale und regionale Produkte. Durch den kurzen Transportweg sind die Nahrungsmittel noch frisch und zudem klimafreundlich.
3. Durch den Verzehr von saisonalen Produkten wird der Speiseplan automatisch auch abwechslungsreicher und somit ausgewogener. Im Sommer gibt es dann Spargel und Erdbeeren, im Winter eben Kohl und Kartoffeln.
4. Bioprodukte werden umweltfreundlich produziert und haben weniger bzw. keine Schadstoffe, da auf Chemikalien verzichtet wird.

Einen interessanten Artikel zu diesem Thema habe ich hier gefunden.

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