Gut angezogen

Im März habe ich über den Versuch, ethisch korrekt zu leben, geschrieben. Und auch erwähnt, dass der Weg nie zuende ist und ich gerade beim Verzicht auf H&M, Zara und Co ziemlich inkonsequent bin. In der letzten Zeit mache ich mir jedoch vermehrt Gedanken über ökologische und fair gehandelte Mode. Samstag war ich in Münster bei frau többen, die eben diese Mode verkauft. Und anders als die meisten Faitrade-Läden, die ich bisher gesehen habe, gibt es dort nicht nur Kapuzenpullover und bedruckte Shirts. Die sind zwar meist sehr schön, aber zum einen möchte ich Abwechslung im Schrank und zum anderen wären Hosen und Röcke auch nicht schlecht. Ich habe also zuhause weiter recherchiert und diverse Onlineshops gefunden (zum Beispiel über www.modeaffaire.de). Leider bin ich persönlich von den wenigsten überzeugt – aus ästethischen Gründen. Die Zeiten, in denen Ökomode aus sackartigen, beigen Leinentunikas, kratzigen Wollpullovern und Pumphosen für Dschinis oder MC Hammer bestand, sind zum Glück lange vorbei. Aber das Angebot an Kleidung, die vom Stil her an Labels wie Vila oder Sessun erinnern, sind etwas rar gesäht. Die Franzosen sind uns da – wie könnte es anders sein – etwas voraus. Bei article-23 oder les-racines-du-ciel gibt es wirklich hübsche Sachen. Bei den deutschen Designern gefallen mir caro-e und portocolonia. Die Nachfrage für ausgefallene, fair produzierte Mode ist sicher da; was einfach fehlt, ist das Angebot. H&M und C&A haben den Trend zumindest erkannt und bieten Biobaumwolle an. Faire Arbeitsbedingungen sind aber die Ausnahme und zudem ist die Qualität der Kleidung einfach so schlecht, dass die Haltbarkeit eine Saison beträgt. Nicht sehr nachhaltig!
Mein Kompromiss ist nun erstmal, den Kauf von Massenware der Ketten weiter einzuschränken und öfter ökologisch einzukaufen. Die Läden bieten nämlich auch einen großen Vorteil: sie sind liebevoll eingerichtet, die Verkäufer sind informiert und helfen gerne. Kein Vergleich zu dem Chaos und Dreck einer H&M-Umkleidekabine. Und Frau Többen verkauft obendrein noch Schokolade (auch bio und fairtrade) – wenn das kein Argument ist!

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2 Gedanken zu “Gut angezogen

  1. Pingback: Giftige Mode | In Bewegung

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