Över Ostfreesland geiht der nix!


Die Nordsee scheint bevorzugtes Urlaubsziel für junge Familien zu sein. Selten habe ich so viele Kinder gesehen. Dabei werden Erinnerungen an die eigene Kindheit wach, nicht zuletzt, da ich mit einer Freundin dort war, die ich kenne, seit ich denken kann. Unser erster gemeinsamer Nordsee-Urlaub ist etwa 20 Jahre her – da war eine Wiederholung dringend nötig! Zwei Tage lang Sonne, Strand, Spaziergänge fernab von Arbeit und Haushalt waren unser gegenseitiges Geburtstagsgeschenk.
Als bekennender Fresstourist – jemand, der hauptsächlich verreist, um neue kulinarische Höhepunkte kennenzulernen – wurde ich auf meinem Trip an die Nordsee allerdings ein klein wenig an meine Grenzen gebracht. Erst kam der EHEC-Keim nach Norddeutschland, das hieß: kein Salat, nichts ungewaschenes und keine Rohkost. Dann gab es in der Pension zum Frühstück weder Joghurt noch Obst, sondern nur trockene Brötchen mit Gouda. Und der Blick in die Speisekarten der Restaurants verhieß ausschließlich Fisch und Meeresfrüchte, als Alternative Fleisch. Für mich als Vegetarier auch schlecht.
Den ersten Tag konnte ich mit einem Magnum zartbitter überbrücken, bis ich dann Abends Sehnsucht nach Gemüse bekam. Ein überaus hilfsbereiter und motivierter Kellner stellte dann eigens für mich ein Menü zusammen. Ich bekam eine Ofenkartoffel mit selbst gemachtem Aioli und Brokkoli, Blumenkohl und Möhren. Ich war so begeistert, dass der Kellner versprach, das Gericht in die Karte aufzunehmen!

Aber ich bin ja nicht nur des Essens wegen unterwegs. Das Landmädchenherz in mir schlug beim Anblick der endlosen Wiesen und Felder an der Küste höher. Mein Ökoherz auch: überall Windräder, grasende Kühe und Schafe und tolle Radwege. Wie gern würde ich dort den Marathon laufen! Die Landschaft ist wirklich unbeschreiblich schön.
Ein Tagestrip ging nach Greetsiel, ein winziges Dörfchen mit tollen Souvenirshops ohne den typischen Ramsch, der sonst so verkauft wird. Wenn ich Rentnerin bin, werde ich dort hinziehen und meinen eigenen kleinen Klüngelladen aufmachen!
Zwischen all den Teelädchen, Schmuckständen und Outdoorshops gab es auch einen kleinen Laden, in dem ein Afrikaner laute Reggaemusik hörte und geschnitzte männliche Geschlechtsteile verkaufte. Sachen gibt’s! Wie der wohl auf die Idee kam, ausgerechnet in Greetsiel einen Laden zu eröffnen?!

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