Gleiches Recht für alle?

Ich gebe es zu: Insbesondere in Phasen höchstkonzentrierter Arbeit wie jetzt bei der Masterarbeit will ich hin und wieder sinnfreie Dinge machen. Ich gucke Trash-TV (Topmodel) oder lese Schundzeitschriften. So ein ganz wirklich schlechtes Gewissen, diese konsumorientierten und intellektuell anspruchslosen Medien zu unterstützen, habe ich nicht wirklich. Den Vorwurf, Topmodel sei frauenverachtend, kann ich leider nicht aus der Welt schaffen. Und dass die meisten Frauenzeitschriften aus Mode, Make-up, Psychotests und Diätrezepten bestehen, ist auch wahr. Nun denn, die Nachfrage bestimmt das Angebot und wenn Frauen (und auch ich hin und wieder) so etwas lesen wollen, sollen sie!
In der letzten Zeit habe ich viel darüber diskutiert, welche Eigenschaften typisch Mann und typisch Frau sind, ob es überhaupt geschlechtstypische Merkmale gibt und vor allem, wie diese dann zustande kommen. Ich werde hier keine Genderdebatte anzetteln. Sozial- und Naturwissenschaftler sind nicht die einzigen, die sich über diese Frage in die Haare bekommen.
Was nicht zu leugnen ist: Frauen werden noch immer diskriminiert, auch in Deutschland. Die Gleichstellung wird vorangetrieben und Diskriminierung wird gesellschaftlich geächtet.
Was aber anscheinend nicht nur akzeptiert, sondern gerade von Frauen auch noch stolz als Emazipation gefeiert wird, ist die umgekehrte Diskriminierung. Wo ich darauf gestoßen bin? In eben so einer Schundzeitschrift. Die Cosmopolitan rühmt sich in der Maiausgabe damit, dass in den weltweit 60 Ausgaben der Zeitschrift „nur Frauen Chefredakteure“ sein dürfen (stellt sich die Frage, warum sie dann nicht konsequent sind und „Chefredakteurinnen“ schreiben?). Und noch ein weiteres Beispiel fiel mir auf. Als die WM-Fußballer vorgestellt werden, wird Cristiano Ronaldo mit den Worten umschrieben: „Okay, er gilt nicht als klügster Kopf im Fußballgeschäft. Muss er auch nicht. Oder interessiert Sie bei diesem Anblick noch, wie er beim IQ-Test abschneidet?“. Mich würde interessieren, wie eine Zeitschrift wie die Cosmopolitan reagierte, wenn Männerzeitschriften so etwas über Frauen schrieben. Oder wenn sich eine Firma zum Motto machen würde, alle Chefpositionen ausschließlich mit männlichen Führungskräften zu besetzen.
Ich denke, es gilt gleiches Recht für alle. Männer vor allem in Bezug auf den Beruf so zu diskriminieren, grenzt an Menschenrechtsverletzung.

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