Der absolut subjektive Städtevergleich

Das Wohnen und Arbeiten in verschiedenen Städten hat mich veranlasst, darüber nachzudenken, wohin es mich am ehesten in naher und ferner Zukunft verschlagen könnte. Ich kann mich nicht entscheiden! Als Hilfestellung habe ich eine erste Pro-und-Contra-Liste erstellt. Version 1.0 ist nun online!

Münster
Hamburg
Berlin
Sehens- und erlebniswürdig!
Der Dom von innen und außen, die Kreuzstraße und das Hafenfest.
Der Hafen, die Deichtorhallen und ein Spaziergang an der Elbe.
Der Flohmarkt im Mauerpark, der Zoo, TV Noir, die Bergmannstraße, der Marathon und mit Rad durch den Kreisverkehr an der Siegessäule.
Überbewertet
Der Weihnachtsmarkt.
Die Speicherstadt.
Die Bootstouren auf der Spree.
Umweltfreundlichkeit
Sehr gut: fahrradfreundlichste Stadt: Einbahn- und Fahrradstraßen machen Auto fahren unpraktisch und umständlich – gut so! An jeder Ecke stehen Mülleimer und die Grünanlagen sind sehr sauber. Münster erhielt die
Auszeichnung European Energy Award Gold für einen verantwortungsvollen Umgang mit Energie.
Münster weit vorn!
Gutes U- und S-Bahn-Netz. Hamburg ist Gewinner des European Green Capital Awards, der jährlich an jene Städte verliehen wird, die eine Vorreiterrolle bei der Umweltfreundlichkeit einnehmen. Komisch, denn die Schiffe und vielen Autos verpesten die Luft.
Hamburg weit hinten.
Besonders grüne Stadt: die Hälfte der Fläche Berlins ist Wasser oder Grünfläche. Fahrrad fahren kann gefährlich sein (Rückspiegel von Bussen versus Kopf), aber meist geht es schneller. Für Ausflüge gibt’s tolle Radstrecken.
Berlin könnte mehr.
Mentalität der Ureinwohner
Korinthenkacker: „Da ist der Gehweg!“, „Absteigen!!!!“: Außerdem: 40 % der Münsteraner wählen CDU.
Neuerdings vertreibt ein automatisch gesteuerter Wasserstrahl nachts Obdachlose vor dem Eingang von Peek & Cloppenburg. Hier ist man entweder reich oder Student.
Münster verliert!
Hilfsbereit gegenüber Touristen, aber leider auch viele Pöbler. Viel klassisches Bürgertum. Über die Hälfte wählte 2009 schwarz-gelb.
Hamburg ist neutral.
Schauen auf alle Nichtberliner herab, und dazu gehören alle, die nicht dort geboren sind. Ansonsten aber viel freundlicher als ihr Ruf.
In Kreuzberg sind die Grünen Dauerwahlkreissieger. In Berlin treffen sich alle Kulturen, besonders Deutsche und Türken leben friedlich miteinander. Sehr tolerante Stadt, trotz vieler Problemviertel.
Berlin gewinnt!
Essen und Trinken
Die älteste Biobrauerei der Welt ist in Münster ansässig: Pinkus.
Westfälisches Essen ist eher deftig, muss man mögen. Die Mensa am Aasee ist eine der besten. Mittags essen im Peperoni oder im Rico, abends in der Frauenstraße 24 , dem Mocca D’or oder im Blauen Haus.
Leckere Franzbrötchen und toller Fisch.
Ein guter Italiener ist Rocco am Paulinenplatz. Nette Bar: Dreizimmerwohnung. Muss hier noch mehr rumkommen!
Die besten Döner, die beste Currywurst und unendliche Vielfalt. Hier ist Essen in jedem Land der Welt möglich! Empfehlenswert ist das indische Essen. Und das White Trash Fast Food. Geheimtipp: The bomb, ein Hot Brownie mit Eis.
Abends im Sommer: Das Yaam am Ostbahnhof oder der Club der Visionäre.
Größe der Stadt
270.000 Einwohner, davon 48.500 Studenten. Fläche: 302,92 km².
In Münster ist man in 15 Minuten mit dem Rad überall, dafür kennt man auch nach einem Jahr alles und jeden.
1.775.333 Einwohner, Fläche: 755,264 km².
Man muss definitiv im richtigen Viertelwohnen! In Hamburg klafft die Spanne von Ghetto (Plattenbau mit nüscht drumzu) bis Protzviertel (Villen in Blankenese) weiter auseinander als in Berlin und Münster.
Bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt (3.442.630 Einwohner, 891,85 km²).
Da jeder meist in seinem Kiez bleibt, hat Berlin manchmal auch etwas Kleinstadtatmosphäre.
Die Spandauer halten sich für den Nabel der Welt.
Kultur und Co.
Hm. Das Picassomuseum? Die rund zwei guten Konzerte jährlich im Gleis, von denen eines Götz Widmann ist?
Viel Auswahl und vor allem alles sehr zentral gelegen. Teilweise mit Gruselfaktor und morbidem Charme, wie das Hamburg Dungeon oder anrüchig wie die Reeperbahn.
Erschlägt einen. Bei der Vielzahl an Museen, Theatern, Festivals, Konzerten und Events wird man zum einen nie fertig, zum anderen auch viel Geld los. Macht aber Spaß und verhindert Langeweile. Außerdem viel kreative Subkultur!
Wetter: könnte überall besser!
9,2 Grad durchschnittliche Temperatur, 744 mm pro Jahr Niederschlag.
Aber die meisten Regentage durch den Fisselregen. Das Wort wurde wohl für den münsteraner Regen erfunden!
Durchschnittlich 9,9 Grad warm, 746 mm durchschnittlicher Niederschlag jährlich.
Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,9 °C und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 581 mm.
Sonderpunkte für…
…die tolle Altstadt, das Schloss, die Promenade, die gute Lage in der Mitte zwischen Neuenkirchen und Bechen 🙂 und den besten Frisör.
…den Sitz von Greenpeace und diversen Medienhäusern, den Accessorize-Laden und den coolsten Fußballclub: St. Pauli.
…das politische Flair, die Tatsache, das viele Bekannte in Berlin wohnen, die günstigen Mieten auch in zentral gelegenen Altbauwohnungen und den schönen Bahnhof.
Minuspunkte für…
All die Polizisten, das ewige Glockengebimmel und den Wohnungsmarkt.
Die Superreichen in dicken Autos, die rücksichtslos Fußgänger anfahren, die Flutgefahr und das fehlende Grün.
Die eisigen Winter, die weiten Wege und das nervige „Überhippe“ der so wahnsinnig Unangepassten, die dann doch wieder Bionade trinken und in Prenzlauer Berg wohnen.

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3 Gedanken zu “Der absolut subjektive Städtevergleich

  1. Sabrina

    Eine erstaunliche Übersicht, der ich in vielerlei Hinsicht nur zustimmen kann. Insbesondere meine heimliche Liebe Berlin hast du gut getroffen. Die negativen Seiten Berlins geben der Stadt ja auch ihren unwiderstehlichen Charme. Allerdings hat Münster kulturell schon etwas mehr zu bieten. Es gibt doch etwas mehr Konzerte, zwar sind es nicht die großen bekannten Bands, aber das ist ja auch gut so. Außerdem hast du den Flohmarkt übergangen…
    Ich werde mal versuchen Lilongwe in die Liste zu integrieren 😉

  2. Vanessa

    Wirklich eine sehr gelungene Übersicht, auch wenn ich nicht allen Punkten zustimme. (Jetzt bist Du schockiert, nicht wahr?!)
    Nur mal zwei Punkte:
    1. St. Pauli ist schon ok, aber auch sehr „gehypt“.
    2. Die beste Currywurst gibt es in Bochum-Wattenscheid!

    Hoffe wir werden uns da noch einig, sonst ist alles dahin 😉

  3. Pingback: Der absolut subjektive Städtevergleich 2.0 | In Bewegung

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