Ruhr Reggae Summer 2008: Sun is shining

In Anlehnung an die Neon-Rubrik A-Z gibt’s hier eine Zusammenfassung des Ruhr Reggae Summer Festivals 2008.
A
Abfahrt: Die Tasche wurde voller Vorfreude bereits drei Tage vorher gepackt: eine endlose Liste mit Dingen, die besorgt werden und dann noch in den Koffer passen mussten. Die Reise bis Dortmund bedeutete, ich musste alles auf einmal tragen können. Ein letztes Mal zuhause duschen, starken Kaffee trinken, den Wetterbericht schauen und dann auf!
Amazon: Wird gut an mir verdienen. Habe sooo viele neue gute Musik gehört, dass nun erstmal ein paar CDs bestellt werden müssen.
B
Bier: Nicht so mein Fall, deshalb gab es Wein und diverse neue Zusammenstellungen, z.B. Traubensaft mit Southern Comfort. Sehr lecker!
Buden: Zuviele Stände mit Schmuck, die die Frauen unter uns zum Geld ausgeben verführten. Was aber fehlte, wenn man bedenkt, dass auf Reggaefestivals etwa 50 % Kiffer sind: Süßigkeitenstände.
C
Camping: Bedingt durch die Größe des Festivals (ca. 7000 Besucher) war das ganze Festival viel entspannter als ein Riesenfestival wie das Hurricane. Aber schon auf dem Reggae Summer lassen sich die Camper unterteilen in 1. Minimalisten (kleines Zelt, Isomatte, Schlafsack, Bier), 2. Fortgeschrittene (größeres Zelt, Isomatte, Schlafsack, Decke, Gaskocher, Handtücher, Toast, Nutella, Dosenfutter, Bier), 3. Profis (zusätzlich Campingstühle, Tisch, Pavillon, Kühltaschen, Bollerwagen, Schüssel zum Abwaschen) und 4. Prolls (alles unter Punkt 2 und 3, dazu Musikanlage, Hauszelt, Blumen im Topf, „Titten raus à 1 Euro“-Schilder am Zelt, Partybänke und –tische).
D
Duschen: Schlangestehen bei den Duschen konnten wir hervorragend umgehen, denn auf dem Gelände gab es ein Freibad, das bei der Hitze auch den ganzen Tag von uns genutzt wurde.
Dreadlocks: wer auffallen will, sollte mindestens welche bis zum Boden haben. Alles andere ist auf einem Reggaefestival Standard.
E
Essen: Ein Wochenende lang verabschiedet sich das schlechte Gewissen und das Gesundheitsbewusstsein. Es gibt Pommes, Eis, Mafee (afrikanisch), Donuts, Chips, Kekse. Gute Ausrede: Kein Kühlschrank und kein Herd da, also bleibt nichts anderes übrig.
F
Frühstück: Weit und breit keine Kaffeemaschine, die Plörre am Stand war kaum runter zu bringen und zudem überteuert. Aber Nutellabrote morgens im Zelt zu essen und dann zum wach werden ins Schwimmbecken springen ist durchaus eine Alternative.
G
Gute Laune: Durchgängig von Freitag bis Montag vorhanden gewesen, trotz Gewitter am Samstag Abend und Muskelkater vom Tanzen.
H
Helga: wird jetzt unterstützt von Daniel.
I
Isomatte: Wurde ich zunächst beneidet um meine dekadente Luma, musste ich bald feststellen, dass eine Isomatte weniger Rückenschmerzen verursacht und keine Wasserbett-ähnlichen Bewegungen verursacht.
J
Jamaica: Hat uns Jimmy Cliff ausgeliehen. Danke dafür!
Jugendkulturen: 7000 Reggaefans in Abstufungen von echtem Jamaikaner bis hin zu Babys und ein Punk.
K
Klo: Ich gehe nicht ins Detail, aber Toiletten auf Festivals trainieren die Oberschenkelmuskeln: Hinsetzen is’ nich!
Kasselaner: oder auch Kasseler/Menschen aus Kassel: sehr nette Menschen, die auf keinem Festival fehlen sollten. Das Reggae Jam in Bersenbrück kann sich schon mal auf sie freuen.
Klamotten: auch frisch angezogen bleibt man auf Festivals nie sauber. Das stört dort nicht, wird aber unangenehm, wenn man nach drei Tagen versifft mit Bus und Bahn nach Hause fahren muss und angesehen wird, als würde man unter der Brücke schlafen. Was wiederum gar nicht so weit hergeholt ist.
L
Love, Peace & Happiness: Wie auf einem Reggaefestival nicht anders zu erwarten war, musste man sich weder über Randalierer oder über andere besoffene Idioten ärgern. Stattdessen gab es freundliche Security und gelangweilte Rettungsdienstler.
M
Musik: Der Part, der ein Festival ausmacht. Martin Zobel, Martin Jondo, Uwe Banton, Maxim und viele andere ließen uns stundenlang das Tanzbein schwingen. Hach, ich will zurück!
Müllpfand: Der Erfinder dieses Systems hat einen Preis verdient. Das Gelände sah fast aus wie geleckt, keine Konservendosen lagen rum, an denen man sich nachts im Dunkeln die Füße aufschneiden könnte und selbst die kleinsten Schnipsel Müll wurden eingesammelt, um den Müllsack voll zu bekommen und damit die 10 Euro zurück zu erhalten.
N
Ninety-Niners: Exklusiver Club mit dem Motto: Dicht ist Pflicht. Hat Ostereier dabei und spielt gerne Karten.
O
Oh, ist das schön hier!: lautete jeder 5. Satz von mir.
P
Preis: unschlagbar. 20 Euro für drei Tage mit Camping, Schwimmbad und super Musik.
Playboy: Wurde auf der Hinreise eigens organisiert, aber dank der vielen Frauen in Bikinis, die live zu sehen waren, sogar von den Jungs mit Verachtung bestraft.
Q
Quatsch mit Tabea: Nicht nur auf dem Festival erprobt, dort aber besonders lustig. Nebenbei soziologische Studien über Jugendkulturen zu betreiben, rechtfertigt das Ganze sogar noch.
R
Reggae: Oft als homophob und frauenfeindlich verschrieen, war auf dem Festival nichts davon zu spüren. Hier traten die Künstler mit der Botschaft „Liebe deinen Nächsten“ auf. Manchmal schon sehr penetrant und überflüssig, das macht auf Reggaefestivals eh jeder. Man sollte die Sänger zum G8-Gipfel schicken, da weiß das noch niemand.
Ruhrpott: Besteht eigentlich nur aus Autobahnen. Für ein Landmädchen wie mich grauenhaft. Sogar der Campingplatz, als Naturschutzgebiet deklariert, war eingerahmt von einer Autobahn und einer Bahnstrecke, deren Züge nachts so laut waren, dass man das Gefühl hatte, sie würden direkt über einen drüber fahren.
S
Sonne: Drei Tage ohne Unterbrechung draußen zu sein bei 30 Grad ist ungewohnt und sooo anstrengend. Wieder einmal bin ich dankbar, dass ich auch ohne Sonnencreme nie einen Sonnenbrand bekomme, sondern jetzt aussehe, als wäre ich eine Woche im Urlaub gewesen. Morgens bei gefühlten 70 Grad im Zelt aufzuwachen, lässt aber auch mich um 8 Uhr aufstehen. Dafür musste ich Frostbeule selbst nachts nicht frieren.
T
Tücher: In allen Variationen gut zu gebrauchen: Taschentücher als Klopapier, feuchte Tücher für Nutellafinger, Kopftücher gegen die Sonne, große Tücher zum Draufsetzen, als Rock oder Kleid, Handtücher, die genau zehn Minuten nach der Ankunft dreckig sind.
U
Uncool: Sonntags zurückfahren zu müssen, weil man Montag arbeiten muss.
Ufer: Trotz Gewitter am Samstag trat die Ruhr nicht über die Ufer und so blieben wir davon verschont, unser Zelt aus dem Wasser fischen zu müssen. à Yippie
V
Verkehr: Auf Festivals muss man sich auf die altmodische Art fortbewegen: zu Fuß. Das kann morgens auf dem Weg zum Klo bei einem Weg von 300 m zwar nerven, war aber auf dem Reggae Summer dank kurzer Wege vom Camping zum Schwimmbad und aufs Festival sehr entspannt. Da schmerzten die Füße nur vom Tanzen.
W
Wasser: Temperaturen von etwa 30 Grad sorgten dafür, dass ich 5 Liter am Tag getrunken habe, und dabei ist Alkohol noch nicht mit gerechnet. Das führt dann wieder zurück zum à Klo.
X
XXL-Zelte: Werden so lange mit neidischen Blicken bedacht, bis man die Bewohner beim Abbau und Schleppen zum Auto wieder auslachen kann.
Y
Yippie: Laut Duden ein „aktionistischer, ideologisch radikalisierter Hippie“. Passt irgendwie auch, ist für mich aber eher ein Ausruf bei Begeisterung. Yippie Yippie Yeah fasst das Wochenende in drei Worten zusammen.
Z
Zuhause: ist man dankbar für die kleinen Dinge: ein sauberes Bad, ein gemütliches Bett, elektrisches Licht, ein Raum, in dem man aufrecht stehen kann und sich nicht wie im Zelt im Sitzen umziehen muss, saubere Wäsche, eine Küche mit Kühlschrank. Und dann sieht man sich die Fotos an und will sofort aufs nächste Festival. Oder einfach zurück zum Ruhr Reggae Summer.
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