Hip Hip Hurra!

Endlich, nach 56 Büchern, 20 Besuchen in der Bibliothek, 2,5 Monaten, diversen Partys (rein zur Recherche über Jugendkulturen natürlich!) und etwa 3 kg Schokolade, ist es soweit: Die Bachelorarbeit über Jugendkulturen und Identitätsbildung ist fertig!
Jetzt weiß ich endlich, dass eine Gitarre ein Phallussymbol ist und in den Händen einer Frau „in der verschrobenen männlichen Wahrnehmung einer Kastration gleichkommt“ (Brake 1989), dass Hippies jede Musik mögen, Hauptsache, sie sind zugekifft und dass Erikson der Auffassung ist, Kinder würden Loslassen und Festhalten für das Leben lernen, indem sie ihren Stuhlgang beherrschen: „die Reifung des Muskelapparates erlaubt dem Kinde das Experimentieren mit zwei parallel laufenden sozialen Modalitäten: festhalten und loslassen“ (Erikson 1966: 80).
Außerdem musste ich feststellen: Drei Bücher am Tag zu lesen, ist nicht unmöglich. Arbeiten in Jogginghose verleitet dazu, sich mehrmals am Tag schlafen zu legen und dann nachts arbeiten zu müssen. Ich bin in der Lage, Sätze zu schreiben, die ich selbst nicht verstehe.
Alles in allem war es aber ein sehr interessantes Thema, bei dem ich auf unterhaltsame Literatur gestoßen bin. Und zum ersten Mal in meinem Studium hatte ich die Gelegenheit, mich richtig mit einem Thema auseinander zu setzen. Das führte manchmal zu wilden Flüchen (Erikson, Mead, Krappmann), brachte mich andererseits aber oft zum Lachen und vor allem zu neuen Erkenntnissen.
An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Sabrina und Daniel, die Korrektur gelesen haben, an Tabea, weil sie mich immer wieder vom Schreibtisch weggelockt hat und ich dadurch Jugendkulturen live beobachten konnte (die Erkenntnis, das Skater keine Baggypants mehr tragen, verdanke ich dem Sonntag nachmittag bei den Skatermeisterschaften), an Mama, weil sie meinen Schokoladenvorrat aufrechterhalten hat und mich immer unterstützt und an alle anderen, die dafür gesorgt haben, dass ich noch ein soziales Leben außerhalb meines Zimmers habe. Denn, wie ich jetzt weiß: „Soziale Netzwerke werden so gestaltet, dass die Identitätsprojekte einer Person darin Einbindung, Anerkennung und Unterstützung finden. Gelingt das nicht, kommt es zu prekären Passungen, entweder muss der soziale Kontext verändert oder das Identitätsprojekt aufgegeben werden“ (Keupp 1999: 170). Meine Identität ist also gerettet 🙂

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