Deutschland sucht und sucht…

Ich habe das Geheimnis entdeckt, wie man Deutschlands nächster Superstar wird. Man braucht natürlich eine relativ gute Stimme, sehr gutes Aussehen und wenig Musikgeschmack, um die von Bohlen produzierte – ähm – Musik singen zu können.

Aber viel wichtiger: Man muss einen Schicksalsschlag erlebt haben. Das hat bei Mark Medlock funktioniert (Seine Mutter erkrankte Ende der 1990er-Jahre an Magen-Darm-Krebs, woraufhin er die Schule abbrach und sie bis zu ihrem Tod im Jahr 2000 pflegte. Sein Vater verstarb zwei Jahre später an einem Herzinfarkt). Und es geht in dieser Staffel weiter. Diejenigen, die weiter kommen, haben etwas Schlimmes erlebt (außer den dummen, lasziven Blick von Anja Lukaseder).
Heute bei DSDS: Einer war im Krieg geboren (sehr gute Chancen!), bei einem anderen war gerade der Vater gestorben (sehr aktuell, deswegen noch medial ausbaufähig).
Der Weg zum „Erfolg“ läuft dann immer gleich ab: Das erste Casting, vorher draußen an einem schönen See ein Interview, in dem die schlimme Lage geschildert wird, ein paar Kinderbilder /Kriegsbilder / Bilder der verstorbenen Eltern eingeblendet, melancholische Hintergrundmusik und dazu sollten die Kandidaten Sätze fallen lassen wie: „Ich mache das vor allem für meinen toten Vater“ oder „Meine Familie steht total hinter mir“.
Lebt zumindest ein Elternteil noch, so wird auch dieser interviewt und sagt dann weinend in die Kamera: „Ich bin so stolz auf meinen Sohn/meine Tochter. Er/Sie wird das schaffen, das weiß ich.“
Diese Geschichten werden dann immer weiter in den nächsten Castings ausgebaut. Wer also nicht mit so etwas aufwarten kann, sollte den anderen Weg wählen, der auch zumindest kurzzeitig für Berühmtheit sorgt und in besonderen Fällen sogar mehr Medieninteresse weckt: Ganz besonders schlecht und peinlich sein. Und dabei vor allem Motivation beweisen, wie einer der Kandidaten heute, der meinte: „Immer den Kopf nach vorne stellen!“
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