Zwischen Yeah! und What?

Vor ein paar Wochen habe ich berichtet, dass ich bald einen Programmierkurs machen werde. Mit dem wenigen Vorwissen, dass sich darauf beschränkt, einen Text im HTML-Modus fett zu machen, startete ich in den Kurs. Mittlerweile habe ich die dritte Doppelstunde „Web Development“ mit Moinworld hinter mir.

Ich fühle mich zurückversetzt in die Zeit, als ich die ersten 5 Wörter Englisch lernte, stolz wie Oskar war und zugleich merkte: Der Weg, diese neue Sprache wirklich zu lernen, wird verdammt hart und lang. Da ist auf der einen Seite die Begeisterung, zusammen mit anderen, fabelhaften Frauen zu lernen, wie eine Website aufgebaut ist und wie man die Zeichenkolonnen in grafische Elemente umwandelt, die tatsächlich online sind. Dann der Spaß, wenn ich mich mit Kolleg*innen aus der IT über deren Anfänge mit HTML und CSS austausche. Aber eben auch auf der anderen Seite: Die Erkenntnis, dass ich Jahre bräuchte, um diese Sprache auch nur im Ansatz zu verstehen. Bei allen Frustmomenten überwiegt aber die Faszination über den strikt logischen Aufbau der Befehle, die weltweit einheitlich sind.

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Nach den Doppelstunden bin ich jedes Mal ziemlich geschlaucht von dem neuen Input – ein lockeres Hobby ist der Kurs nicht. Aber der Einsatz lohnt sich definitiv! Wer auch Interesse an dem Kurs hat: Im Beitrag von 80 Euro sind 5 Unterrichtsstunden à 90 Minuten enthalten. Jeder Kurs startet jeden Monat wieder neu, so dass du jederzeit wieder einsteigen oder weitermachen kannst. Am Ende jeden Kurses hast Du eine Website online, die Du der Welt zeigen kannst und eine Bescheinigung über Deine Teilnahme.

Meine Website findet ihr hier: https://saras-erste-website.firebaseapp.com/

The future is female? – Nicht in der IT-Branche

„Die IT-Branche braucht mehr weibliche Vorbilder“ schrieb die Zeit schon vor über einem Jahr und auch 2017 heißt es noch: „Das Silicon Valley ist männlich und weiß„. Nur 15 Prozent Frauen arbeiten in IT-Berufen. Und nur 23 Prozent Frauen studieren Informatik. Dabei werden Fachkräfte in dem Bereich händeringend gesucht: Laut Bitkom gibt es derzeit rund 41.000 unbesetzte IT-Stellen in Deutschland. Gut bezahlt sind diese Jobs mit einem Anfangsgehalt ab rund 40.000 Euro auch. Führungskräfte mit Berufserfahrung bewegen sich sogar im Bereich zwischen 66.000-116.000 Euro. Klingt verlockend und zukunftsorientiert – und dennoch schrecken viele Mädchen und Frauen vor einer IT-Karriere zurück.

Eine, die das ändern will, ist Anja Schumann. Sie ist Vorstandsvorsitzende von Moinworld e.V., einer Non-Profit-Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Anteil der weiblichen Software Entwickler und Manager im IT Bereich auf 50 Prozent zu erhöhen. „Wir wollen die IT-Welt positiv verändern, in dem wir mehr Frauen und Mädchen für das Programmieren begeistern und sie in Ihrem Werdegang unterstützen“, erzählt sie in einem Interview. „Unsere Zukunft ist digital und Frauen und Männer sollten diese Zukunft gemeinsam gestalten können. Software verändert alle Bereiche, egal welchen man sich anschaut: Landwirtschaft, Automobilindustrie, Handel. Es wäre ein großer Vorteil, wenn ein größerer Teil der Bevölkerung diesen Code lesen und schreiben kann. Nicht nur, weil wir damit das Fachkräfteproblem lösen, sondern auch, weil wir alle wissen, dass diverse Teams bessere Ergebnisse hervorbringen.“

Damit das gelingt, bietet sie verschiedene Programmierkurse für Frauen an: In 10 Unterrichtsstunden kann man WordPress, Web Development oder Python lernen. Die Kurse sind echte Schnäppchen und werden quasi zum Selbstkostenpreis von 80 angeboten.

Am Dienstag startet für mich der Selbstversuch: Ich wage mich ans Programmieren. Ich bin neugierig, wie es wird, denn auch, wenn ich recht technikaffin bin, beschränkt sich das bisher doch eher auf die Anwendung. Nützlich wird es aber allemal, weil ich danach besser verstehe, was mir meine IT-Kollegen erzählen – zwei von ihnen sind übrigens weiblich.

Wenn Joggen zum Spießrutenlauf wird

Oder: Was Sport mit Gleichberechtigung zu tun hat.

Nachdem ich ein paar Tage in Folge beim Laufen blöd angequatscht wurde, postete ich diesen Kommentar auf Facebook:

Da ich erst seit 10 Jahren mehrmals die Woche jogge, zweimal Marathon, fünfmal Halbmarathon und diverse andere Wettkämpfe lief und somit blutige Anfängerin bin, bin ich so unglaublich DANKBAR dafür, dass mich fremde Männer beim Joggen ansprechen und mir ungefragt wertvolle Tipps geben.

So wie heute, als mir ein Mann mittleren Alters riet, niemals stehen zu bleiben (und stattdessen über die rote Ampel zu laufen, an der ich stehen blieb und ihn einige Meter weiter locker überholte, woraufhin er tief getroffen ein „Ohhh…“ von sich gab.) Oder so wie gestern, als ein Mittfünfziger mich aufklärte, dass ich „es nicht nötig habe, Sport zu treiben“, da ich ja „so eine gute Figur“ habe.

Morgen gegen 11 Uhr werde ich an der Alster laufen und würde mich über weitere hilfreiche Bemerkungen zur Optimierung meines Körpers freuen.

Ich laufe übrigens einen Schnitt von 5 Min/km. Wem das zu schnell ist, darf Bemerkungen auch gern in die Kommentare posten.

Nahezu alle Kommentare waren positiv und da der Post von mir die eher lustigen Erlebnisse abbildet, verwundert das nicht. Ein Bekannter schrieb aber darunter:

Wow! Die Sara Westerhaus kann es! Ist schnell und schön. Und schön schnell. Gut, dass nun alle es wissen, die es bislang nur gahnt haben, wie schnell und gut sie ist. Wow!

Da wurde mir wieder klar: Da hat es jemand so gar nicht verstanden. Es ging nicht eine Selbstbeweihräucherung (dann hätte ich ein halbnacktes Selfie und meine Bestzeit posten können), sondern darum, dass ich verdammt noch mal einfach in Ruhe laufen will.

Die blöden Sprüche an der Ampel sind nur die eine Seite. Die andere Seite ist nicht im Ansatz lustig. Und noch weniger sind es die Reaktionen darauf. Die andere Seite ist: Verfolgt und begrapscht werden. Nicht in in Ausnahmefällen, sondern in der Regel.

Beim Strandurlaub wurde ich beim Joggen TÄGLICH verfolgt. Männer und Jungs liefen neben mir her und riefen mir Sprüche zu. Beim Joggen in Spanien, wo ich mehrmals Urlaub machte und viel joggen ging, fuhren Männer – oft in Gruppen – im Schritttempo neben mir her, hupten und forderten mich auf, einzusteigen. Beim Joggen im konservativen Münster war es an der Tagesordnung, dass mir hinterher gehupt wurde. Radfahrer fahren neben mir her und rufen anzügliche Dinge. Einer fuhr sogar an mir vorbei und schlug mir währenddessen auf den Hintern.

Es nervt. Es frustriert. Und trotzdem weiß ich: Ich bin immerhin eine Frau, die sich wehrt. Die weiß, dass das Verhalten der Männer nicht ok ist und die es gegebenenfalls ignoriert. Die Likes für einen Post bekommt, wenn sie sich über die Sprüche aufregt. Und in den Ausnahmefällen, in denen mir Männer gesagt haben, ich solle „das doch als Kompliment auffassen“, wenn mir hinterhergepfiffen wird (WTF?!), fange ich eben eine Diskussion an.

Viele junge Mädchen und auch Frauen haben den Mut aber vielleicht nicht. Weil sie in Gesellschaften aufwachsen, in denen Frauen und Mädchen eh schon keine Rechte haben. Oder weil sie sich eh schon zum Sport überwinden müssen, weil sie sich in ihrem Körper vielleicht nicht so wohlfühlen. Weil die Sprüche vielleicht keine netten sind, sondern Beleidigungen. Und diese Frauen und Mädchen trauen sich dann vielleicht nicht mehr, in der Öffentlichkeit Sport zu machen.

Blogparade #ichliebemeinenJob

Ich bin Referentin für Online-Kommunikation bei einer internationalen Nichtregierungsorganisation. Kein Berufswunsch, den ich schon als Kind hatte. Denn: Online gab es noch nicht wirklich und was NGOs überhaupt sind, wusste ich auch nicht. In der Rückschau allerdings wird mir bewusst, dass ich nicht nur ständig meine Nase in Bücher gesteckt, sondern auch viel geschrieben habe. Eine Leidenschaft für Kommunikation wurde mir auch schon in der zweiten Klasse bestätigt, als es im Zeugnis hieß: „Sara konnte ihren Äußerungsdrang nicht immer steuern“ – diesen Euphemismus für „Das Kind kann seinen Schnabel nicht halten“ werde ich wohl nie vergessen.

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Der wurde mir mal mehr, mal weniger zum Verhängnis, denn die Kombination mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn führt dazu, dass ich mich häufiger mal mit Lehrer*innen in die Haare bekam, wenn diese Mitschüler*innen unfair behandelten. Bis ich allerdings bei meinem jetzigen Job landete, dauerte es doch noch etwas.

Nach dem Abi machte ich zunächst eine Ausbildung zur Mediengestalterin für Digital- und Printmedien – das Wort „Digital“ deutete schon die Richtung an. Nachdem ich meine Ausbildungszeit aber hauptsächlich damit verbringen musste, Etiketten von Wurstverpackungen zu designen, wurde mir schnell klar, dass ich mich inhaltlicher austoben will. Also entschied ich mich, Soziologie zu studieren. Da ich gern nach Münster wollte, musste ich ein zweites Studienfach wählen. Hier spielte dann der Zufall (und das Internet) eine große Rolle: Da ich wirklich und wahrhaftig keinen PC zuhause hatte, musste ich die Online-Bewerbung bei einer Freundin machen. Dort sollte ich das Zweitfach anklicken, von dem ich bisher noch nichts gewusst hatte. Erziehungswissenschaften? Deutsch? Religion? BWL? Alles nicht so meins, also klickte ich ohne viel Vorwissen, was mich genau erwartet, auf  Politikwissenschaften. Beruflich gesehen, eine der besten Entscheidungen meines Lebens! Das Studium war anspruchsvoll, aber unglaublich spannend. Und auch wenn es platt klingt: Die Erkenntnisse haben mich wirklich geprägt.

Je weiter das Studium voranschritt, desto klarer wurde mir: Ich habe meine Berufung gefunden. Ich arbeitete ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe, bei Greenpeace und später bei der Aidshilfe. Im Studium fokussierte ich mich auf den Schwerpunkt NGOs, Arbeitsmarktpolitik und politische Soziologie.

Mittlerweile waren StudiVZ und MySpace schon wieder von der Bildfläche verschwunden. Dafür hielten Twitter, Facebook und Blogs Einzug in meinen Alltag. Das fand ich so spannend, dass ich in meiner Masterarbeit untersuchte, ob NGOs durch soziale Netzwerke ihr oft beklagtes Demokratiedefizit – da sie nicht von der Bevölkerung gewählt sind – ausgleichen können. Eine komplexe Fragestellung, die mit einigem Abstand und der Entwicklung der sozialen Netzwerke mittlerweile sicher anders beantwortet werden müsste.

Nach dem Abschluss konnte ich meine Theorie in der Praxis überprüfen. Nach einem Jahr als Projektmitarbeiterin in der FH Münster fing ich bei Greenpeace als Web-Campaignerin an und begleitete verschiedene Kampagnen online. Ohne journalistische Ausbildung, aber mit jahrelanger Erfahrung als Bloggerin und ehrenamtlicher Greenpeace-Sprecherin in Münster war der Sprung ins Wasser damit immerhin lauwarm – und beim Schwimmen wird einem ja eh warm. Nach drei Jahren mit vielen spektakulären Aktionen, einigen Nachtschichten und viel neuem Wissen wechselte ich im Dezember 2014 zu Plan International Deutschland und bin seitdem dort als Referentin für Online-Kommunikation für alles rund um News und Social Media zuständig.

Die Frage „Liebst du deinen Job?“ würde ich also mit „Ja“ beantworten. Warum? Weil ich durch meine Arbeit die Welt verbessern kann, weil ich im Job viel lesen und schreiben darf und im ständigen Austausch über die sozialen Netzwerke bin. Das ist manchmal anstrengend, aber immer wieder spannend. Und jetzt muss ich los zur Arbeit 🙂

Befristete Jobs: Warum Unternehmen endlich damit aufhören sollten

Ein Arbeitsvertrag über zwei Monate, verlängert um noch einmal zwei, übergehend in eine Elternzeitvertretung und im Anschluss ein halbes Dutzend weitere Befristungen – alles bei einem einzigen Unternehmen. Eine Ausnahme? Nein, leider der Regelfall – zum Schaden von Mitarbeiter*innen und Arbeitgebern.

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Von Befristung zu Befristung

Wenn es ein Merkmal unserer Generation gibt, dann das der Ordner mit den Arbeitsverträgen oft dicker ist als der mit den Verdienstabrechnungen. Zumindest für Geisteswissenschaftler ist es der Normalzustand, dass nach dem Studium eine Befristung die nächste jagt. Ein Zweijahresvertrag gilt schon als Luxus. Das betrifft nicht nur Krankheits- oder Elternzeitvertretungen, sondern dehnt sich auch auf normale Beschäftigungsverhältnisse aus. Rein rechtlich ist das verboten: Ohne sachlichen Grund darf ein Vertrag nur dreimal innerhalb einer Zweijahresfrist verlängert werden. Viele Unternehmen finden aber Mittel und Wege, das zu umgehen oder ignorieren es schlicht – und gerade Berufsanfängern bleibt oft keine andere Wahl, als sich auf das Spiel einzulassen. Doch warum nutzen Unternehmen die wiederholte Befristung überhaupt? Für mich steht fest: Langfristig schadet es den Unternehmen, ihren Mitarbeitern immer wieder neue Verträge zu geben.

1. Zwischen zwei Stühlen

Das Absurde an Arbeitsverträgen, die nur ein paar Wochen dauern, ist: Man unterschreibt sie und muss zeitgleich beim Arbeitsamt melden, dass man wieder arbeitssuchend ist. Denn wer keine Nachteile beim Arbeitslosengeld I bekommen will, muss sich mindestens drei Monate vor Vertragsende beim Arbeitsamt melden. Der Kopf kann nicht bei einem Projekt sein, wenn der Hinterkopf sich schon um Bewerbungen und Papierkram mit dem Arbeitsamt kümmern muss. In der Folge heißt das: Viele Mitarbeiter sind so oft hintereinander befristet, dass sie zwar mehrere Jahre bei einem Unternehmen angestellt, aber dauerhaft arbeitssuchend gemeldet sind. Wer konzentrierte Mitarbeiter haben will, sollte ihnen eine Perspektive bieten.

2. Verlust von Wissen für das Unternehmen

Insbesondere im ersten halben Jahr muss ein Unternehmen eine neue Mitarbeiterin oder einen neuen Mitarbeiter erst einmal einarbeiten. Bis man alle Abläufe und Strukturen in einem Unternehmen kennt, dauert es eben. Und gerade erfahrene Mitarbeiter sind wertvoll für ein Unternehmen. Gehen sie schnell wieder, verschwindet auch viel Expertise. Chefinnen und Chefs sollte klar sein: Winkt Mitarbeitern irgendwo ein Vertrag, der unbefristet ist oder wenigstens auf mehrere Jahre befristet ist, verlassen sie den Job für den, der ihnen mehr Sicherheit bietet.

3. Unsicherheit auch im Privatleben

Eine Wohnung zu mieten ist fast aussichtslos: Vermieter wollen feste Verträge sehen. Und: Wo sollte man überhaupt eine Wohnung mieten, wenn eh nicht klar ist, wie lange man noch in dem Stadtteil oder der gar der Stadt arbeitet? Aus dem Koffer zu leben und nach der Arbeit noch nach weiteren Zwischenmietlösungen suchen, zerrt an den Nerven. Von Arbeitnehmern wird gerade bei kurzfristigen Verträgen verlangt, innerhalb von ein bis zwei Wochen die neue Arbeitsstelle anzutreten. In Großstädten wie Hamburg, Berlin, Köln oder München – also da, wo besonders viele Jobs im atypischen Beschäftigungsverhältnis sind – wartet der Wohnungsmarkt nicht gerade auf Neuankömmlinge ohne festen Job. Es ist deswegen keine Seltenheit, dass man wochenlang bei Freunden auf dem Sofa schlafen muss – übernächtigte Mitarbeiter mit mangelnder Privatsphäre bringen sicher nicht die kreativsten Ergebnisse.

4. Planung? Ja, bis zur nächste Woche

Arbeitsverträge, die so kurz sind und keinerlei private Planung zulassen, haben für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitreichende Konsequenzen: Oft umfasst etwa der Urlaubsanspruch nur wenige Tage, so dass ein längerer Urlaub am Stück unmöglich wird und irgendwann die Kraft für die Arbeit zur Neige geht. Das kann man kurzfristig durchhalten, aber nicht über Jahre. Schwierig wird es vor allem für Paare, noch schwieriger für Paare in Fernbeziehungen. Und wer nicht weiß, ob er im nächsten Monat noch einen Job hat, denkt erst recht nicht an Kinder. Klar, dass qualifizierte Mitarbeiter dann schnell das Weite suchen, auch wenn es ihnen grundsätzlich im Job gefällt.

5. Fehlende Wertschätzung der Mitarbeiter

Wertschätzung ist für viele Arbeitnehmer eine größere Motivation als das Gehalt. Bei kurzen Verträgen kommt sie aber viel zu kurz. Hier habe ich schon alles erlebt: Erste Arbeitstage, ohne dass ein Schreibtisch vorhanden war oder eine Mail-Adresse eingerichtet wurde. Einarbeitungsrunden, an denen nur Festangestellte teilnehmen, weil die Projektmitarbeiter schlicht vergessen wurden. Arbeitsverträge, die erst einen Monat nach Beginn des Arbeitsverhältnisses vorlagen. Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack, nicht gut behandelt worden zu sein – nicht gerade förderlich für den Ruf eines Unternehmens, gerade in Zeiten, in denen Nachhaltigkeit groß geschrieben wird.

10 Tipps für ein erfolgreiches Marathontraining

42 Kilometer am Stück laufen. Warum macht das jemand freiwillig? Weil es spannend ist, an seine Grenzen zu gehen. Nicht nur für den Körper, auch für den Kopf. Denn nur, wenn man es will und an sich selbst glaubt, kann man diese Herausforderung bewältigen.

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Das Training ist vor allem Kopfsache

Sich auf einen Marathon vorbereiten, geht das überhaupt mit einem Vollzeitjob? Ja. Ich habe es zweimal erfolgreich geschafft – obwohl ich keinen Nine-to-five-Job habe. Vielleicht helfen euch meine Erfahrungen, den Mut zu sammeln, auch einen Marathon in Angriff zu nehmen. Und wenn nicht: Viele Tipps sind auch hilfreich, wenn es darum geht, Sport in den Alltag zu integrieren.

1. Such dir den passenden Zeitpunkt

Drei Monate zu finden, in denen beruflich und privat nichts passiert, dürfte unmöglich sein. Wenn aber schon absehbar ist, dass in dieser Zeit ein wichtiges Projekt vor dem Abschluss steht, ein Umzug geplant ist oder ein Jobwechsel ansteht, kostet das Zeit und Nerven, die dann im Training fehlen. Meinen ersten geplanten Marathon habe ich deswegen auch um ein Jahr verschoben: Mein Job in Münster endete und ich bin nach Hamburg umgezogen. Das Jahr drauf war die Trainingsphase zwar auch nicht ruhig, aber immerhin etwas berechenbarer.

2. Mach einen Plan und halte ihn flexibel

Ein Marathontraining dauert in der Regel zwölf Wochen. Je nach Trainingsplan trainiert man vier bis fünf Mal die Woche – davon einmal am Wochenende, meist am Sonntag, etwa zwei bis drei Stunden. Passende Pläne gibt es im Internet oder in meinen beiden Lieblingsbüchern „Die Laufbibel“ und „Das große Laufbuch“. Wenn du dich für einen passenden Plan entschieden hast, trage alle (!) Trainingseinheiten in deinen Kalender ein. Nur dann hast du eine gute Übersicht, wo und wann der Plan mit anderen Terminen kollidiert und kannst entsprechend umplanen. Und habe keine falsche Scheu, diese Einheiten etwas flexibel zu gestalten. Niemand scheitert am Marathon, weil er oder sie den 15-Kilometer-Lauf Dienstag statt Donnerstag macht.

3. Weihe Kollegen, Freunde und Familie ein

Ohne Unterstützung geht es nicht! Wenn du dich jedes Mal rechtfertigen musst, weil du abends beim Training statt beim Feierabendbier dabei bist, vermiest dir dein schlechtes Gewissen den Lauf. Gerade beim ersten Marathon ist der moralische Support in Krisen (und die werden kommen) unerlässlich. Ich erinnere mich noch an den Moment im ersten Marathontraining, als ich einen echten Hänger hatte. Stress privat, Stress im Job, gesundheitliche Probleme im Training. Dann kam ich morgens zur Arbeit und meine damalige Chefin hat meine kompletten Schreibtisch mit Energieriegeln übersät und ein Schildchen daneben deponiert: „Noch sieben Tage. Du schaffst das!“ Als ich dann endlich lief, standen Kolleginnen, Kollegen, Freunde und Familie am Rand und haben mich angefeuert. Das trägt dich, wenn dein Kopf oder Körper schwächeln.

4. Pack die Laufschuhe ein

Das Allerbeste am Laufen ist: Du kannst es immer und überall machen. Falls also eine Geschäftsreise ansteht, nimm die Laufsachen mit, recherchiere vorher eine geeignete Strecke und lauf los. So siehst du auch mehr von der Stadt als nur den Weg vom Bahnhof zum Hotel. Wenn du abends oft nicht pünktlich aus dem Büro kommst, versuche, morgens oder in der Mittagspause zu laufen.

5. Rede mit anderen Läuferinnen und Läufern

Wahrscheinlich überkommt dich spätestens nach der Halbzeit die Panik und du fragst dich, warum du dir das antust und ob du es wirklich über die Ziellinie schaffen wirst. Dann ist es gut, sich mit erfahrenen Läuferinnen und Läufern auszutauschen, die dein Laufpensum und Trainingsstand einschätzen können.

6. Triff Menschen, die keine Ahnung vom Laufen haben

Es kann sich nicht alles nur um die Arbeit und das Laufen drehen. Verabrede dich mit Freunden, rede über andere Dinge, schalte ab.

7. Höre auf deinen Körper

Mir ging es oft so, dass ich das Gefühl hatte, ich müsste mich penibel an die Trainingspläne halten. Es gibt aber (Arbeits-)Tage, die sind einfach so anstrengend, dass abends einfach die Kraft fehlt, noch das anstehende 60-minütige Intervalltraining zu absolvieren. Es ist besser, das Training dann mit halber Power zu machen und auch mal ausfallen zu lassen. Starte im Zweifel lieber etwas untertrainiert als völlig ausgepowert in den Marathon.

8. Plane deine Mahlzeiten

Job und Training nehmen viel Zeit in Anspruch. Versuche, einmal die Woche grob zu planen, was und wann du am besten an den Trainingstagen essen kannst. Am besten versuchst du, keine allzu großen Portionen zu essen, sondern den Tag über immer relativ satt zu sein. Sonst passiert es vielleicht, dass du nach der Arbeit ausgehungert bist, trainieren willst und keine Snacks da hast, die dich über das Training tragen. Und vorher aus der Not heraus Fast Food zu essen und mit vollem Bauch zu laufen ist genauso ungünstig wie unterzuckert zu sein. Ich hatte immer einen Vorrat an Bananen, Trockenfrüchten und Nüssen da. Auch eine überraschend gute Notlösung: Ein paar Salzstangen.

9. Sei nicht so streng

Klar, eine gesunde Ernährung ist die Grundlage, damit dein Körper die Belastung verkraftet. Ich halte den kompletten Verzicht auf Zucker, Alkohol und Fast Food aber für Schwachsinn. Das Training ist eh anstrengend genug – da muss man sich nicht auch noch mit Askese zusätzlich stressen. Aber: Alles in Maßen und lieber nach dem Training.

10. Belohne dich

Überlege dir, wie du dich nach dem Marathon belohnen willst. Ich habe mir den Tag danach immer frei genommen und mir eine Massage gegönnt. Die Vorfreude darauf hilft beim Lauf!

Schokofondue to go

Wenn ich als Kind über die Kirmes ging, holte ich mir jedesmal einen Apfel mit Schokoglasur. Genau, die sauren Granny Smith am Stiel, die umhüllt waren von einer dicken Schicht Vollmilchschokolade. Und auch wenn in Hamburg gefühlt immer Dom ist und ich theoretisch jetzt jederzeit schnell an Schokoäpfel kommen könnte, hat meine Leidenschaft etwas nachgelassen, denn: Die Äpfel sind ziemlich mächtig und die Schokolade ist nicht besonders gut.

Umso erfreuter war ich, als ich neulich auf Stephanies Schokowelt stieß und Apfelchips entdeckte: Bio-Apfelchips vom Bodensee, überzogen mit Bio-Vollmilch-Kuvertüre aus Belgien. Und, fast noch besser, Apfelstückchen mit weißer Schokolade, Vollmich und Zartbitter.

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Das schmeckt sogar noch besser, als es klingt – wie Schokofondue to go sozusagen. Vor allem die Zartbitter-Variante hat es mir angetan; damit kann ich nur schwer nach ein paar Stückchen wieder aufhören. Aber wie sagt man ja: An apple a day keeps the doctor away. Und wo doch jetzt der Herbst im Anmarsch ist, braucht man schließlich genug Vitamine!

Stephanies Schokowelt ist übrigens auch auf Facebook.